Panorama

Bruder identifiziert Toten Deutscher in Mexiko ermordet?

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Blick von San Cristobal auf das Hochland von Chiapas.

(Foto: REUTERS)

Seit vier Jahren ist ein Deutscher mit dem Fahrrad auf Weltreise. Doch aus Mexiko meldet er sich plötzlich nicht mehr. Nun steht fest: er kam dort ums Leben.

Der Bruder eines bisher in Mexiko als vermisst geltenden deutschen Radfahrers hat dessen Tod bestätigt. Er habe die Leiche seines Bruders im Bundesstaat Chiapas identifiziert, sagte der Mann der Deutschen Presse-Agentur. Der 43-Jährige aus Freigericht bei Frankfurt sei erschossen worden, so sein Bruder.

Eine offizielle Bestätigung des Todes vonseiten der Staatsanwaltschaft mittels eines DNA-Tests gab es zunächst nicht. Die Behörden erklärten in einer Stellungnahme jedoch, dass in alle Richtungen ermittelt und auch die Todesursache überprüft werde. Die Staatsanwaltschaft in Chiapas hatte zuvor von einem Unfall gesprochen. In ersten Mitteilungen hatte es geheißen, die Männer hätten auf einer gefährlichen Straße die Kontrolle über ihre Räder verloren. Der Bruder des Deutschen geht jedoch von einem Verbrechen aus. Der "Bild"-Zeitung sagte Rainer H. noch vor einigen Tagen, er vermute, die örtlichen Behörden versuchten das zu vertuschen.

Inzwischen verfolgt er die Ermittlungen vor Ort. "Von der hiesigen Generalstaatsanwaltschaft werden wir professionell unterstützt, jegliche bisherigen Ergebnisse der Sonderstaatsanwaltschaft zur Untersuchung von Tötungsdelikten wurden uns zugänglich gemacht, weswegen wir Vertrauen in die Nachforschungen haben, welche die Umstände des Todes meines Bruders aufklären sollen", schrieb er auf Facebook.

Neue Verbrechenswelle

Ein ebenfalls tot gefundener polnischer Radfahrer war bereits zu Beginn der Woche identifiziert worden. Die Leiche sei enthauptet und ein Fuß abgetrennt worden, erklärte der Bruder des Deutschen. Der Fall der beiden Fahrradreisenden hatte in ganz Mexiko Bestürzung ausgelöst. In sozialen Netzwerken sprachen sich Fahrradreisende für eine schnelle Aufklärung des Vorfalls aus. Bei einer Gedenkfeier wurde ein weißes Fahrrad am Fundort an einem Hang nahe San Cristóbal de las Casas aufgestellt.

Der deutsche Krankenpfleger und sein polnischer Begleiter befanden sich seit vier Jahren auf einer Weltreise, im Süden Mexikos verlor sich Mitte April ihre Spur. Zuletzt wurde er auf einer Landstraße zwischen San Cristóbal und Ocosingo im Bundesstaat Chiapas im Süden des Landes gesehen. Der Bruder des Deutschen veröffentlichte daraufhin Hilfsappelle auf Facebook und Youtube.

Mexiko wird derzeit von einer beispiellosen Welle brutaler Verbrechen überrollt. Mit mehr als 29.000 Tötungsdelikten war das vergangene Jahr das blutigste in der jüngeren Geschichte des Landes. Rund 30.000 Menschen gelten außerdem als verschwunden. Das bei Touristen beliebte Chiapas gilt als relativ sicher. Zahlreiche Urlauber kommen jedes Jahr in den Bundesstaat an der Grenze zu Guatemala, um die Kolonialstadt San Cristóbal oder die Maya-Ruinen von Palenque zu besuchen.

Quelle: ntv.de, sba/dpa