Panorama

Tourist fuhr durch Sperrgebiet Deutscher stirbt durch Landmine in Myanmar

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Malerisch, aber auch gefährlich - die Gegend rund um die Kleinstadt Hsipaw.

(Foto: imago/Volker Preußer)

Das Gebiet Hsipaw in Myanmar gilt unter Touristen als malerisch. Das Auswärtige Amt rät von Reisen dorthin aber ab - Rebellengruppen und die Armee treffen hier immer wieder aufeinander. Ein deutscher Tourist ignoriert die Warnung und bezahlt dies mit dem Leben.

Bei der Explosion einer Landmine ist in Myanmar ein deutscher Tourist getötet worden. Eine Argentinierin sei bei dem Unglück am Dienstag leicht verletzt worden, sagte ein örtlicher Polizist. Demnach hielten sich die beiden in einem Gebiet des östlichen Bundesstaats Shan auf, das für Touristen gesperrt ist.

Der Deutsche und die Argentinierin waren laut dem Polizisten in der Nähe der Kleinstadt Hsipaw unterwegs. Die Landmine sei zwischen den Dörfern Pan Nayung und Kwun Haung detoniert, sagte er. Die Zeitung "Myanmar Times" gab das Alter des Mannes mit 41 Jahren an. Die Leiche sei ins Krankenhaus vor Ort gebracht worden. Laut der Organisation Charity Without Borders, die in der Region tätig ist, hatten sich die Touristen einen Motorroller geliehen. "Sie fuhren alleine ohne Ortsführer, und es handelte sich um ein Sperrgebiet", sagte Aung Zwa Win von der Organisation.

Hsipaw ist bei Touristen vor allem wegen der spektakulären Zugfahrt dorthin beliebt. Hier lebte der 1962 von der Militärdiktatur verschleppte und vermutlich ermordete letzte Shan-Herrscher, Prinz Kya Seng, mit seiner österreichischen Frau Inge Sargent. Seine Villa lässt sich bis heute besichtigen. Der Ort ist Ausgangspunkt für Trekkingtouren. In dem Gebiet kommt es aber immer wieder zu Kämpfen zwischen Rebellengruppen ethnischer Minderheiten und der Armee, deshalb rät das Auswärtige Amt von Reisen dorthin ab. Touristen dürfen den Behörden zufolge Hsipaw besuchen, nicht aber die Umgebung.

In Myanmar gibt es regelmäßig schwere Unfälle mit Landminen. Im April 2016 waren zwei Deutsche und ihr einheimischer Reiseführer bei der Explosion einer solchen Mine in Shan verletzt worden. Dem in der vergangenen Woche veröffentlichten Landminen-Monitor 2019 zufolge war der südostasiatische Staat im vergangenen Jahr das einzige Land weltweit, in dem neue Minen zum Einsatz kamen.

Quelle: ntv.de, can/agr/AFP/dpa