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Überflutungen möglichDeutschlands Norden steht vor ungemütlicher Wetterlage

03.09.2026, 19:38 Uhr
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Dunkle Gewitterwolken ziehen über einen Windpark in Mecklenburg-Vorpommern (Archivbild). (Foto: picture alliance/dpa | Jens Büttner)

Das Wetter in Deutschland könnte unterschiedlicher kaum sein: Während es im Süden sommerlich warm wird, muss sich der Norden Deutschlands auf Schauer, Gewitter und teils schwere Sturmböen einstellen. Wo genau es ungemütlich wird, erklärt ntv-Meteorologe Luk Nonnenmacher.

ntv.de: Der Herbst rückt näher, aber unterschiedlich schnell. Wie kommt es, dass in Norddeutschland die warme Jacke rausgeholt werden muss, während im Süden noch die Klimaanlagen laufen?

Luk Nonnenmacher: Aktuell sind die Gegensätze beim Wetter wirklich groß. Den Süden Deutschlands erwarten am Freitag bis zu hochsommerlich heiße 33 Grad, während es im Norden teilweise nicht über 18 Grad warm wird. Das ist ein Temperaturunterschied von bis zu 15 Grad innerhalb weniger hundert Kilometer. Grund dafür sind unterschiedliche Anströmrichtungen der Luft. Im Norden führt ein Tief kühlere Meeresluft heran mit entsprechend niedrigeren Temperaturen. Den Süden erreicht warme bis heiße Luft aus Südeuropa. Zudem herrscht dort seit längerem Hochdruck, was für mehr Sonne und damit auch mehr Wärme sorgt. Doch nicht nur bei den Temperaturen sind die Unterschiede groß. Im Gegensatz zum sonnigen Süden überwiegt in der Mitte und im Norden oft tristes und teilweise sehr nasses Einheitsgrau. Teilweise können dabei auch größere Regenmengen zusammenkommen.

Über welche Regenmengen sprechen wir?

Über mehrere Stunden sind stellenweise um die 50 l/m² möglich, innerhalb einer Stunde immerhin um 20 l/m², örtlich vielleicht auch mal mehr. Das heißt, lokale Überflutungen sind durchaus möglich, vor allem in Verbindung mit teils kräftigen Gewittern. Ungemütlich wird zeitweise auch der Wind. Vor allem von den Mittelgebirgen bis zur Nord- und Ostsee weht er stark bis stürmisch, mit kräftigeren Böen bis hin zu schweren Sturmböen besonders in höheren Lagen, an der Küste und bei kräftigeren Schauern. Stellenweise muss also auch mit umstürzenden Bäumen gerechnet werden, zumal die ja meist noch belaubt sind und viel Angriffsfläche bieten.

Wie lange dauert denn diese ungemütliche Wetterlage?

Zum Glück nicht allzu lange. Bereits zum Wochenende lassen Regen und Wind wieder nach und die Wolken lockern auch in der Mitte und im Norden häufiger auf. Der Sonntag wird verbreitet freundlich und weitgehend trocken. Am meisten Sonne bekommen nach Auflösung von Frühnebel vor allem der Süden und der Westen Deutschlands. Bei den Temperaturen gleichen sich die Gegensätze zumindest ein bisschen aus. Rund um Nord- und Ostsee liegen sie um 20 Grad, am wärmsten bleibt es am Oberrhein mit knapp 30 Grad.

Und wie geht es kommende Woche weiter? Bleibt es so schön?

Am Montag steigt zwar von Westen wieder das Schauerrisiko, für die meisten wird es aber auch dann nochmal frühherbstlich bis spätsommerlich schön. Im Süden kommt sogar nochmal die Hitze zurück mit Temperaturen bis 32 Grad. Lange hält sie sich diesmal aber nicht. Im Laufe der Woche setzt sich die kühlere Luft auch hier durch und verdrängt die Hitze. Meist bewegen sich die Temperaturen dann zwischen 18 und 23 Grad, also der Jahreszeit schon eher entsprechend. Und auch sonst zeigt sich das Wetter von seiner wechselhafteren Seite. Statt Schönwetterhoch bestimmen Tiefdruckgebiete das Wettergeschehen mit zeitweise dichteren Wolken und Schauern, aber auch ein paar freundlicheren und trockenen Abschnitten. Aber das hat ja auch seine gute Seiten.

Inwiefern?

Nach dem extrem warmen und trockenen Sommer haben wir Regen dringend nötig. Die Pegel und Böden haben sich zwar ein bisschen erholt, weiterer ergiebiger Regen muss allerdings folgen. Noch können die Schiffe zum Beispiel auf dem Rhein nur mit halber Ladung fahren und auch den Böden fehlen noch gut 100 l/m² im Vergleich zum langjährigen Mittel. Von daher sollten wir für jeden Schauer dankbar sein.

Wie sieht da die Prognose für die kommenden Monate aus?

Das europäische Modell sieht bis Mitte Oktober zumindest durchschnittlich viel Niederschlag, das würde die Situation zumindest nicht wieder verschärfen. Nach dem amerikanischen Modell bleibt der September im Süden viel zu trocken, sonst zumindest ausgeglichen. Mehr Hoffnung machen der Oktober und der November. Überdurchschnittlich viel Regen bekommen wir voraussichtlich aber auch dann nicht. Aber der Herbst ist ja bekannt für seine raschen Wetterwechsel und vielleicht kommt ja doch noch eine regenreichere Phase auf uns zu.

Quelle: ntv.de

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