Panorama

Die Wetterwoche im Schnellcheck Unwetter verhageln den sommerlichen Mai

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Im Verlauf der Woche ziehen wieder Wolken auf.

(Foto: picture alliance / Jan Eifert)

Nach hohen Temperaturen am Wochenende drohen ab Montag in weiten Teilen Deutschlands Gewitter, Starkregen oder Hagel, warnt ntv-Wetterexperte Björn Alexander. Zwischendurch strahlt sich die Sonne zu Rekordtemperaturen.

Unser Wochenend-Sommer-Hoch "Xenophon" bekam Zunder seitens der Tiefdruckabteilung über Westeuropa und dem Atlantik. Mit "Astrid" und "Bora" rücken uns zum Wochenwechsel nämlich direkt zwei Tiefs zu Leibe. Gleichzeitig wird die Luft feuchter und somit schwüler. Eine ordentliche Ladung Energie, die ab der Nacht und vor allem am Montag tagsüber von Südwesten her für teilweise heftige Schauer und Gewitter samt Unwetterpotenzial sorgen wird. Mitunter drohen Starkregen, Hagel und Sturmböen. Auch lokale Überschwemmungen sind denkbar.

Wer dabei jetzt aber denkt, dass es dann schon wieder mit dem Mai-Sommer gewesen ist, der irrt. Zunächst bleibt es nämlich auch nach dem krachenden Wochenstart verbreitet sommerlich warm und wiederholt wackelt die 30 Grad-Marke. Den Höhepunkt erleben wir voraussichtlich am Freitag, wenn uns bei Spitzen bis zu 32 Grad der bisher heißeste Tag des Jahres erwarten dürfte. Das Wochenende wird dann wohl wesentlich weniger heiß verlaufen. Eine Abkühlung, die erneut mit einem hohen Unwetterpotenzial einhergehen dürfte. Für die Details ist es aber natürlich noch zu früh.

Insofern erwartet uns eine spannende, teils aber leider brisante Wetterwoche, die am Ende sogar eine komplette Umstellung der Wetterlage bringen könnte. Ein Teil der Wettercomputer sieht nämlich für das letzte Mai-Drittel eine eher kühle und sogar auch ziemlich nasse Entwicklung - der Natur und dem Wasserhaushalt würde das definitiv sehr weiterhelfen. Hier die Einzelheiten bis dahin.

Nacht zum Montag: Mondfinsternis und erste Gewitter

Es bleibt vielfach aufgelockert bis klar. Eine tolle Szenerie für den Vollmond, der in den frühen Morgenstunden sogar in eine totale Mondfinsternis übergeht. Ein Himmels-Spektakel, das für uns leider ein nicht ganz optimales Timing hat. Denn während die Sonne am Montag in der Früh aufgeht und der Mond langsam untergeht, schiebt sich der Erdtrabant in den Schatten der Erde und wird langsam angeknabbert. Dabei verfärbt er sich zunächst rötlich, bevor er um kurz nach 6 Uhr komplett hinterm Horizont verschwindet. Ein Blick dürfte sich aber auf jeden Fall lohnen, könnte aber insbesondere im Südwesten den Wolken zum Opfer fallen. So ziehen zwischen der Eifel, dem Schwarzwald, dem Bodensee und dem Allgäu in der zweiten Nachthälfte nämlich schon erste Gewitter auf. Dabei ist es insgesamt mild mit 15 bis 7 Grad.

Montag: Unwetter mit Starkregen, Hagel, Sturmböen

Schon am frühen Vormittag breiten sich vom südlichen Nordrhein-Westfalen bis zu den Alpen einzelne Regenschauer aus, die örtlich mit Blitz und Donner durchsetzt sind. Ansonsten beginnt der Tag zuerst aber noch zeitweise sonnig. Nachmittags werden Schauer und Gewitter dann zahlreicher und intensiver und erreichen bis zum Abend die Elbe. Dabei sind lokal Unwetter mit Sturmböen, Hagel und starkem Regen drin. Einzig nordöstlich der Elbe geht es bis zum Abend freundlich und trocken weiter. Höchstwerte: in Berlin und Brandenburg sowie Richtung Lausitz 27 bis 30 Grad. Im übrigen Land werden es zum Teil schwülwarme 23 bis 27 Grad. Weniger warm ist es an der See und am Alpenrand bei 20 bis 23 Grad.

Dienstag: Gewittergüsse im Osten

In der Osthälfte sind teils kräftige Schauer und Gewitter unterwegs und klingen erst zum Abend hin ab. Unterdessen wird es im Westen aber schon wieder schöner und trocken mit zeitweiligem Sonnenschein. Dazu 18 bis 23, in der Südwesthälfte 24 bis 28 Grad.

Mittwoch: Störungsfrei und sommerlich warm

Die Gewitter sind durch, und dementsprechend erwartet uns der einzige komplett trockene Tag der Wetterwoche. Dabei ist es frühsommerlich bis sommerlich warm mit meist 20 bis 28, im Breisgau bis 30 Grad.

Donnerstag: Erst Sonne, dann zunehmend gewittrig

Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander

Der Donnerstag hat zwei Gesichter - zumindest in den westlichen Landesteilen. Denn nach einem sonnigen Beginn meldet sich von Frankreich und Benelux ab den Mittagsstunden im Westen voraussichtlich die nächste Gewitterstaffel an. Dazu bringen es die Temperaturen auf 25 bis 31, an der See 20 bis 23 Grad. Bevorzugt vor den Gewittern ist es zunehmend schwülwarm.

Freitag: Temperaturen laufen nochmals zu Hochform auf

Auch wenn die Details noch unsicher sind, scheint es derzeit so, als wolle der Sommer noch einmal richtig nachlegen. Mit 30 bis 32 Grad im Südwesten könnte es der wärmste Tag des Jahres bisher werden. Ansonsten erwarten uns bei einem Mix aus Sonne und Wolken stellenweise Schauer und Gewitter sowie Spitzenwerte von 20 bis 29 Grad.

Wetter am Wochenende: Unwetter und spürbar kühler

Der Samstag verläuft durchwachsen - mal mit Sonne, mal mit heftigen Schauern und Gewittern samt Unwetterpotenzial. Außerdem wird es mit einem auflebenden Westwind merklich kühler mit 16 bis 24, in der Lausitz und im Südosten Bayerns mit bis zu 26 Grad. Am Sonntag geht es voraussichtlich nochmals weiter runter bei 15 bis 22 Grad. Dabei müssen wir uns auf wechselhaftes Schauerwetter einstellen. Ein Trend, der uns auch in den letzten Tagen des Mais 2022 erhalten bleiben könnte. Selbst pitschnasse Westwetterlagen sind bei den Prognosen der Wettercomputer mit im Rennen - zumindest das Thema Trockenheit könnten wir damit vorerst ad acta legen.

Quelle: ntv.de

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