Panorama

Bis zu 100.000 Tote befürchtetDoppel-Erdbeben sucht Venezuela heim - Panik auf den Straßen

25.06.2026, 04:02 Uhr
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Verwüstungen in Caracas. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Zwei heftige Erdbeben in Venezuela sorgen für Panik und Zerstörung. Noch gibt es keine offiziellen Angaben zu Toten oder Verletzten, aber Experten befürchten hohe Opferzahlen. Mehrere Wohnhäuser in Caracas sollen komplett eingestürzt sein.

Nach zwei verheerenden Erdbeben in Venezuela hat die Regierung den Notstand ausgerufen. Interimspräsidentin Delcy Rodriguez bestätigte am Mittwochabend (Ortszeit) erste Todesopfer und sprach den Familien ihr Beileid aus, nannte jedoch keine genauen Zahlen. Die Beben hatten am Nachmittag den Norden und das Zentrum Venezuelas erschüttert und in der Hauptstadt Caracas mehrere Gebäude zum Einsturz gebracht. Die US-Geologiebehörde USGS rechnet mit massiven Zerstörungen und schätzt die Zahl der möglichen Todesopfer auf 10.000 bis 100.000. Zunächst gab es ein Beben der Stärke 7,2, dem weniger als eine Minute später ein weiteres der Stärke 7,5 folgte. Das Epizentrum lag etwa 160 Kilometer westlich von Caracas in einer Tiefe von 13 Kilometern. Offizielle Berichte über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor.

Innenminister Diosdado Cabello bestätigte im staatlichen Fernsehen den Einsturz mehrerer Gebäude und Wohnhäuser in der Hauptstadt. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei seien alarmiert worden und kümmerten sich mit allen verfügbaren Mitteln um die Lage, sagte er. Aufnahmen zeigten Rettungskräfte, die bei Einbruch der Dunkelheit in die Trümmer stiegen, während verzweifelte Angehörige nach ihren Familienmitgliedern suchten. Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, im Stadtteil Altamira sei ein 22-stöckiges Hochhaus nahezu völlig zerstört worden. Auf der Straße standen verzweifelte Menschen, Helfer arbeiteten sich durch die Trümmer und suchten nach möglichen Verschütteten.

Schwere Schäden am Hauptstadtflughafen

Auch andernorts rannten viele Menschen in Panik aus ihren Häusern - und harrten anschließend aus Angst vor Nachbeben auf der Straße aus. In einem Krankenhaus in Caracas stürzten Deckenplatten herab. In den sozialen Medien kursierten zudem unbestätigte Videos von schweren Schäden am Hauptflughafen des Landes sowie von eingestürzten Gebäuden in der Küstenstadt La Guaira. Das Parlament sagte seine für Donnerstag geplante Sitzung ab.

Das US-Tsunami-Warnzentrum gab zunächst eine Warnung für Puerto Rico, die Jungferninseln sowie die vor der Küste Venezuelas gelegenen Inseln Aruba, Curaçao und Bonaire heraus. Diese wurde jedoch nach etwa einer Stunde wieder aufgehoben. Venezuela liegt in einer seismisch aktiven Zone, in der die Karibische und die Südamerikanische Erdplatte aufeinandertreffen. Nach Angaben der USGS kamen im März 1812 bei einem schweren Erdbeben in den Städten Merida und Caracas schätzungsweise 30.000 Menschen ums Leben.

Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionsführerin María Corina Machado, die sich derzeit nicht in Venezuela aufhält, schrieb auf X: "Mein Herz, meine unendliche Umarmung und meine Gebete gelten in diesen Stunden der Not jeder venezolanischen Familie. Mögen Stärke, Ruhe und Solidarität in dieser schwierigen Zeit unter uns herrschen".

Quelle: ntv.de, mau/rts/dpa/AFP

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