Zwischen Weihnachten und NeujahrDrosten fordert härteren Lockdown

Angesichts der hohen Infektionszahlen fordert der Virologe Christian Drosten eine Verschärfung der bisherigen Corona-Regeln über die Weihnachtsfeiertage. Ansonsten drohe ein Lockdown bis ins neue Jahr hinein - mit schlimmen Folgen für die Wirtschaft.
Der Virologe Christian Drosten hat sich für eine rasche Verschärfung der Corona-Maßnahmen ausgesprochen, um die Pandemie in Deutschland einzudämmen. "Es ist schon so, dass wir jetzt unbedingt etwas tun müssen", sagte der Charité-Wissenschaftler im NDR-Podcast "Coronavirus-Update". Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass die Weihnachtszeit zu einem Anstieg der Fallzahlen führe. Werde jetzt nicht nachreguliert, drohe "Ende Januar und über den gesamten Februar hinaus" ein Lockdown mit massiven Folgen für die Wirtschaft.
Während beim ersten Lockdown im Frühjahr die Kontakte in der Bevölkerung um 63 Prozent zurückgefahren wurden, sind es im aktuellen Lockdown nur 43 Prozent, so Drosten. "Das ist zu wenig, um die Infektionszahlen dauerhaft niedrig zu halten." Ziel sollte eine Kontakt-Reduzierung um 75 Prozent sein.
Wer über Weihnachten ältere Menschen besuchen möchte, sollte sich laut Drosten am besten vorher zehn Tage in Quarantäne begeben. Ideal sei es unmittelbar vor einem Weihnachtstreffen einen Antigen-Schnelltest zu machen. Zu beachten sei allerdings, dass ein Schnelltest-Ergebnis nur für einen Tag Gültigkeit hat. "Am besten wäre es also, man testet sich bei einem mehrtägigen Familientreffen jeden Morgen", fügte Drosten hinzu.
Drosten ist einer der Experten, der an der heute veröffentlichten Stellungnahme der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina mitgewirkt hat. Darin wird empfohlen, die Feiertage und den Jahreswechsel für einen "harten Lockdown" zu nutzen. Vom 24. Dezember bis mindestens 10. Januar sollte "in ganz Deutschland das öffentliche Leben weitgehend ruhen". Bereits ab 14. Dezember müssten Kontakte auf ein "absolutes Mindestmaß" reduziert werden. Der Virologe sagte, das Papier sollte als "deutliche und letzte Warnung der Wissenschaft" verstanden werden. Entscheide sich die Politik anders, habe sie sich nicht mehr für die Wissenschaft entschieden.