Dutzende Chargen zurückgerufenGift in Babynahrung - EU nimmt Zutat aus China ins Visier

Wegen möglicher Kontaminationen mit dem Giftstoff Cereulid rufen Danone und Nestlé dutzende Chargen ihrer Babynahrung zurück. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stellt fest, dass eine Zutat aus China die Ursache ist. Die EU verschärft nun die Einfuhrkontrollen.
Nach dem Skandal um verunreinigte Babynahrung verstärkt die Europäische Union Einfuhrkontrollen für eine Zutat aus China. Jede zweite Lieferung von Arachidonsäure-Öl aus dem Land soll ab morgen besonders auf den Giftstoff Cereulid getestet werden, wie aus einer im EU-Amtsblatt veröffentlichten Entscheidung hervorgeht. Zuvor gab es deshalb nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) weltweit Rückrufe von Babynahrung.
Cereulid ist laut Efsa ein von Bakterien gebildetes Gift, das 30 Minuten bis sechs Stunden nach der Einnahme plötzliche Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen verursachen kann. Laut Mitteilung im Amtsblatt hat sich herausgestellt, dass die Kontamination mit dem Giftstoff auf Arachidonsäure-Öl aus China zurückzuführen ist, das bei der Herstellung verwendet wurde.
Nestlé: Bislang keine Erkrankungen bestätigt
Die Efsa hatte zuvor eine Risikobewertung durchgeführt und legte nun erstmals einen Sicherheitsrichtwert für die zulässige Menge an Cereulid in Babynahrung fest. Damit sollen Behörden in der EU schneller und einheitlicher entscheiden können, wann ein Rückruf notwendig ist, wie die Behörde mit Sitz in Parma angibt.
Bereits im Januar hatten die Nahrungsmittelkonzerne Danone und Nestlé in Deutschland mehrere Chargen ihrer Babynahrung zurückgerufen. Betroffen waren verschiedene Pulver und Flüssigkeiten in Dosen, Schachteln und Flaschen. Bei Nestlé handelte es sich um die Marken "Beba" und "Alfamino", bei Danone "Aptamil" und "Milumil". Nestlé hatte damals betont: "Es ist uns wichtig zu betonen, dass bislang keine Erkrankungen oder Symptome im Zusammenhang mit dem Verzehr der betroffenen Produkte bestätigt worden sind." Anfang Februar, nachdem die Efsa einen Sicherheitsrichtwert für Cereulid festgelegt hatte, weitete Danone seinen Rückruf massiv aus.