Panorama

74 Unfälle in drei Monaten E-Tretrollerfahrer in Berlin sind oft betrunken

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Über zweihundert Bußgelder verhängte die Berliner Polizei in den vergangenen drei Monaten gegen E-Tretrollerfahrer.

(Foto: imago images / snapshot)

Die Berliner Polizei präsentiert eine Bilanz der ersten drei Monate E-Tretroller. Die zeigt, dass die neuen Verkehrsteilnehmer viele Unfälle provozieren und Alkohol am Lenker dabei ein großes Problem ist. Sie zeigt aber auch, dass oft nur die Fahrer selbst zu Schaden kommen.

Fahrer von E-Tretrollern in Berlin sind auffallend oft betrunken unterwegs und verursachen zahlreiche Unfälle. Das geht aus einer Bilanz der Berliner Polizei für die ersten drei Monate seit der Erlaubnis für diese Roller hervor. Seit dem 15. Juni registrierte die Polizei demnach 74 Unfälle von Rollerfahrern. Dabei wurden 16 Menschen schwer und 43 leicht verletzt.

Die häufigsten Ursachen für die Unfälle waren Fehler beim Fahren, unzulässige Benutzung von Gehwegen und Alkohol. In fast 90 Prozent der Fälle waren die Fahrer der E-Tretroller schuld an dem Unfall. An über einem Drittel der Unfälle in der Hauptstadt war niemand anderes beteiligt, der Rollerfahrer stürzte von selbst. In jedem vierten Fall ermittelt die Polizei wegen Unfallflucht.

Die Polizei leitete 87 Ermittlungsverfahren gegen Fahrer ein. In 75 Prozent dieser Verfahren ging es um Trunkenheit im Straßenverkehr. "Der festgestellte Höchstwert lag hier bei rund 2,78 Promille." Besonders bei Kontrollen am Abend und in der Nacht seien die Fahrer "überdurchschnittlich oft alkoholisiert" gewesen.

Die Polizei verhängte 233 Bußgelder, vor allem wegen Fahrens auf dem Gehweg, zu zweit oder mit einem Telefon in der Hand. Bei der Nutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt drohen außerdem Punkte in Flensburg. Die Polizei betonte: "E-Tretroller sind kein Spielzeug, es sind Kraftfahrzeuge." Fahrer sollten zu ihrer eigenen Sicherheit immer einen Schutzhelm tragen, auch wenn das nicht vorgeschrieben sei.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa