Panorama

Neue Zulassung für Biontech EMA erlaubt mehr Impfungen pro Ampulle

Eine Mitarbeiterin hält ein Injektionsfläschchen mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen Corona in den Händen. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Genauso viel drin wie vorher, aber jetzt kommt mehr raus: Pro Ampulle des Biontech-Vakzins können künftig sechs Dosen verimpft werden.

(Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv)

In jeder Ampulle des Biontech-Vakzins steckt mehr, als bisher tatsächlich verimpft wird. Ab sofort können mit jeder Ampulle des raren Impfstoffs mehr Menschen geimpft werden.

Mit dem Corona-Impfstoff der Hersteller Biontech und Pfizer können ab sofort deutlich mehr Menschen geimpft werden als bisher. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) erklärte, dass aus einer einzelnen Ampulle des Mittels nun sechs Dosen verimpft werden können. Bisher wurden lediglich fünf Impfdosen aus einem Fläschchen gewonnen. Somit können mit dem vorhandenen Impfstoff 20 Prozent mehr Menschen geimpft werden, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums in Berlin betonte. Er hatte die Neuerung kurz vor der offiziellen Mitteilung der EMA bekannt gegeben.

Die Fläschchen werden vom Hersteller "überfüllt" geliefert. Da die Zulassung aber nur für die Entnahme von fünf Dosen erfolgte, musste die Restmenge bislang mit den Flaschen entsorgt werden. Die EMA wies darauf hin, dass für die Nutzung der Ampulle für sechs Impfdosen spezielle Spritzen verwendet werden müssten. Andernfalls könnten möglicherweise nur fünf volle Dosen gewonnen werden.

Kritik an deutschem Alleingang

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die separate Bestellung von Corona-Impfstoff bei Biontech durch die Bundesregierung kritisiert. Alle EU-Staaten hätten sich "rechtlich bindend" darauf verständigt, nur gemeinsam Impfstoffe zu ordern, sagte von der Leyen. Es könne deshalb "keine Parallelverhandlungen, keine Parallelverträge" geben. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums betonte, dass durch die zusätzlichen nationalen Bestellungen keinem Land ein Nachteil entstünde. Diese Bestellungen würden nachrangig bedient.

Die 27 EU-Staaten hatten die Kommission im Juni damit beauftragt, für sie Impfstoffe einzukaufen. Dies sollte einen Wettlauf zwischen den EU-Regierungen um die Präparate verhindern und zudem günstigere Einkaufskonditionen sichern. Das Bundesgesundheitsministerium hatte aber im Dezember mitgeteilt, dass Berlin neben den Bestellungen über die EU national nochmals 30 Millionen Dosen bei Biontech und seinem US-Partner Pfizer geordert habe. Zusätzlich wird Deutschland in diesem Jahr 50 Millionen Impfstoffdosen vom Hersteller Moderna beziehen.

Die EU-Kommission hatte angekündigt, dass sie ihre Order bei Biontech/Pfizer auf 600 Millionen Dosen verdoppelt. Laut von der Leyen wurde das möglich, weil bei dem Hersteller auch ausreichend Produktionskapazitäten für eine Lieferung ab dem zweiten Quartal zur Verfügung stünden. Die Bundesregierung unterstützt Biontech bei Plänen, ein weiteres Produktionswerk im hessischen Marburg aufzubauen.

Quelle: ntv.de, ter/AFP/dpa

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