Panorama

Verdoppelung in einem Jahr EU-Fahnder finden so viel Kokain wie noch nie

121092511.jpg

Kokain wird in Europa immer öfter von Kurieren zum Endkunden gebracht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der aktuelle Drogenbericht der EU zeigt: Immer mehr Kokain kommt nach Europa und es wird immer reiner. Grund für den Anstieg ist der Schmuggel in Schiffscontainern. Die Konsumenten beziehen ihr Kokain vermehrt über neue, bequemere Kanäle.

Die Menge an beschlagnahmtem Kokain in Europa hat sich binnen eines Jahres verdoppelt und damit einen Rekordstand erreicht. 2017 stellten Fahnder in der Europäischen Union gut 140 Tonnen des Aufputschmittels sicher, das geht aus dem in Brüssel veröffentlichten Jahresbericht der EU-Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht hervor. Der Bericht bezieht sich größtenteils auf Daten von 2017.

2006 waren schon einmal rekordverdächtige 120 Tonnen Kokain beschlagnahmt worden, die Menge war aber danach kontinuierlich gesunken. Dass nun wieder deutlich mehr Kokain gefunden wird, läge hauptsächlich am Wachstum des groß angelegten Schmuggels in Schiffscontainern, hieß es.

Koks im Abwasser nachweisbar

Besorgt zeigten sich die Experten auch über neue, digitale Vertriebswege zum Endverbraucher. Dealer böten Drogen im Darknet, über verschlüsselte Kommunikationswege und auf sozialen Medien an. Neue "Call-Center" für Kokain brächten die Droge mit Kurieren zu den Kunden - im Wettbewerb mit anderen Kriminellen würden die Dealer dabei vermehrt auf schnelle und flexible Lieferungen setzen.

Kokain ist, knapp gefolgt von MDMA, die in der EU am häufigsten gebrauchte illegale Aufputschdroge. Rund 2,6 Millionen Menschen zwischen 15 und 34 Jahren hätten sie 2017 konsumiert, schätzt die EU-Beobachtungsstelle. Eine neue Abwasserstudie habe ergeben, dass die Menge an Kokain-Abbauprodukten im vorletzten Jahr in knapp 60 Prozent der überprüften Städte gestiegen sei. Die höchsten Werte seien in Städten in Belgien, Spanien, den Niederlanden und Großbritannien entdeckt worden.

Der Reinheitsgrad des sichergestellten Kokains sei seit 2006 kontinuierlich angestiegen und bewege sich im Jahr 2017 im Bereich von etwa 50 bis 70 Prozent, heißt es im Bericht. Im genannten Zeitraum sei der Verkaufspreis für Kokain dagegen weitestgehend stabil geblieben, was mit den anderen Indikatoren zusammen für ein Rekordhoch bei Kokainverfügbarkeit und -konsum spräche.

Quelle: n-tv.de, lwe/dpa

Mehr zum Thema