Panorama

Zulassung für Biontech/Pfizer EU hat einen Corona-Impfstoff

In der EU können die Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Die Kommission hat einen ersten Impfstoff zugelassen. Noch steht zwar die deutsche Genehmigung aus. Bis Jahresende könnten die Ärzte hierzulande aber bereits über mehr als 1,3 Millionen Dosen verfügen.

Europa hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen Impfstoff. Wenige Stunden nach der Empfehlung durch die EU-Arzneimittelbehörde Ema erteilte die EU-Kommission die Genehmigung, das Vakzin zu verwenden. "Heute fügen wir dem Kampf gegen Covid-19 ein wichtiges Kapitel hinzu", sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Es ist der erste Impfstoff gegen das Coronavirus, der in der EU genutzt werden darf.

In Deutschland müssen die Impfchargen nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut geprüft, freigegeben und schließlich ausgeliefert werden. Dann sollen ab Sonntag zunächst die über 80-Jährigen, Personal und Bewohner von Pflegeheimen sowie auch Gesundheitspersonal mit sehr hohem Infektionsrisiko geimpft werden.

Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs soll Deutschland die erste Lieferung von Impfdosen der Firma Biontech am 26. Dezember bekommen. Erwartet würden 151.125 Impfdosen, teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung mit. Demnach hatte Spahn zuvor die Gesundheitsministerkonferenz informiert.

Laut Mitteilung sollen am 28. Dezember weitere 521.625 Impfdosen geliefert werden, am 30. Dezember dann 672.750. In der ersten Kalenderwoche 2021 werden 672.750 Impfdosen erwartet. Die Konferenz habe die fachliche Empfehlung des Ministers zustimmend zur Kenntnis genommen, dass zunächst die Hälfte der Dosen geimpft werden soll. Pro Person sind zwei Impfungen vorgesehen.

Im Januar könnten nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums drei bis vier Millionen Dosen zur Verfügung stehen. Im ersten Quartal rechnet Spahn mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen. Da das Präparat zweimal verabreicht werden muss, würde diese Menge in etwa für 5,5 bis 6,5 Millionen Menschen reichen.

Zwei Impfungen pro Person

Zuvor hatte die EU-Arzneimittelbehörde Ema die bedingte Zulassung empfohlen und von einer "historischen wissenschaftlichen Leistung" gesprochen. Die EU hat sich von Biontech und Pfizer bis zu 300 Millionen Dosen gesichert. Noch in diesem Jahr wollen die beiden Partner bis zu 50 Millionen Impfdosen herstellen, im kommenden Jahr bis zu 1,3 Milliarden.

Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge hat sich Deutschland die Lieferung von insgesamt 55,8 Millionen Dosen von Biontech gesichert. Zudem habe man nun mit Biontech eine "sichere Option" auf weitere 30 Millionen Dosen über einen nationalen Bezug vereinbart. Zudem hat Deutschland Zugriff auf 50,5 Millionen Dosen des Herstellers Moderna.

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Insgesamt habe sich Deutschland 136,3 Millionen Dosen beider Firmen gesichert. Dies würde für das Erreichen einer "Herdenimmunität" in Deutschland ausreichen. Dazu müssten mindestens 60 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Für den Impfschutz etwa durch das Biontech-Präparat müssten zwei Dosen pro Person gespritzt werden.

Anfang November hatten Biontech und Pfizer als weltweit erste Firmen positive Ergebnisse aus der zulassungsrelevanten Studie mit einem Corona-Impfstoff verkündet. Danach wurde durch die Impfung ein Schutz von 95 Prozent vor Covid-19 erzielt. Das Vakzin wird derzeit als eines der vielversprechendsten Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie angesehen. Weltweit sind inzwischen mehr als 1,68 Millionen Menschen an oder mit dem Virus gestorben.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts