Panorama

Amoklauf in NordserbienEifersüchtiger Mann ermordet fünf Menschen

02.07.2016, 15:20 Uhr
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"Überall war Blut", beschreibt ein Augenzeuge die Szene vor dem Café. (Foto: REUTERS)

In der Nacht feiern die Menschen im nordserbischen Zitiste das traditionelle "Hähnchenfest", als ein Mann mit einer Kalaschnikow das Feuer eröffnet. Das Motiv ist wohl Eifersucht: Seine Ex-Frau und vier weitere Menschen sterben im Kugelhagel.

Ein Mann hat in der nordserbischen Ortschaft Zitiste vermutlich aus Eifersucht fünf Menschen ermordet. Die Tat ereignete sich um 1:40 Uhr während des in dem Ort traditionellen "Hähnchenfestes". Der mutmaßliche Täter schoss in einem Café mit einer Kalaschnikow auf seine geschiedene Frau und deren Freundin. Beide starben noch am Tatort. Drei Menschen verletzte der Mann so schwer, dass sie später im Krankenhaus starben. 22 weitere Menschen trugen laut Polizei - teilweise ebenfalls schwere - Verletzungen davon.

Augenzeugen berichteten örtlichen Medien vom Tatablauf in dem Café. "Ich werde sie alle umbringen", habe der Angreifer geschrien, heißt es. Dann habe er drei Mal in die Luft gefeuert, bevor er Salven in die Gästemenge schoss. "Es war furchtbar! Überall war Blut", berichtete Café-Besitzer Ljubomir Milinovic der staatlichen Nachrichtenagentur Tanjug.

Der mutmaßliche Täter, der von seinen Mitmenschen als ruhig und zurückgezogen beschrieben wirde, konnte erst nach einigen Augenblicken von zwei Männern gestoppt werden, die ihn überwältigten und der Polizei übergaben. Die Waffe habe der Mann illegal besessen, sagte Innenminister Nebojsa Stefanovic am Tatort. Wahrscheinlich sei Eifersucht die Ursache des Amoklaufs gewesen.

Mann war scheinbar kriegstraumatisiert

Dorfbewohner erzählten Medien, der 38-jährige sei vor einem halben Jahr geschieden worden. Offensichtlich habe er die Trennung nicht verkraftet. Möglicherweise könnte die Tat auch im Zusammenhang stehen mit der Kriegsvergangenheit, hieß es weiter. Der Mann sei als Flüchtling während des Bürgerkriegs im benachbarten Kroatien ins Dorf Zitiste gekommen.

Serbien ist in den vergangenen Jahren immer wieder von ähnlichen Tragödien geschockt worden. Im vergangenen Mai starben im Dorf Martonos bei der nordserbischen Stadt Kanjiza sieben Menschen. Im April 2013 hatte ein 60-Jähriger bei der Stadt Mladenovac vor den Toren von Belgrad 13 Nachbarn erschossen.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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