Ein Beamter getötetMann nähert sich Polizisten in Moskau und zündet Sprengsatz

Bei einer Sprengstoffattacke in der Nähe eines wichtigen Moskauer Bahnhofs stirbt ein Polizist, zwei weitere werden verletzt. Auch der mutmaßliche Täter wird - nach anfänglichen Berichten über eine Flucht - offiziellen Angaben zufolge tot am Tatort gefunden.
Bei einer Explosion nahe einem Bahnhof in Moskau ist nach Angaben örtlicher Behörden ein Polizist getötet worden. Ein "Verbrecher" habe in der Nacht zum Dienstag einen "Sprengsatz unbekannter Art" gezündet und sei dabei selbst ums Leben gekommen, teilte das russische Innenministerium im Onlinedienst Telegram mit. Zwei weitere Polizisten seien mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden.
Der mutmaßliche Täter habe sich gegen Mitternacht Beamten der Verkehrspolizei genähert, "die sich in einem Streifenwagen auf dem Platz des Sawjolowoer Bahnhofs befanden", erklärte das Ministerium auf Telegram. Daraufhin sei der Sprengsatz explodiert. "Der Verbrecher starb am Tatort", fügte das Ministerium hinzu.
Das Ministerium hatte zunächst erklärt, der Täter sei geflohen. Minuten später teilte es mit, der Mann sei nach einer Untersuchung des Tatorts und der Auswertung von Überwachungsaufnahmen leblos am Ort gefunden worden. Die Behörden machten zunächst keine Angaben zu der Art des Sprengsatzes oder zum Motiv des Angreifers. Das Gebiet wurde von der Polizei weiträumig abgesperrt. Mehrere Krankenwagen wurden zum Tatort geschickt.
Streifenwagen schwer beschädigt
Russlands Ermittlungskomitee, das für schwere Straftaten zuständig ist, erklärte, es habe ein Verfahren wegen versuchten Mordes an einem Strafverfolgungsbeamten sowie wegen des illegalen Besitzes von Sprengsätzen eingeleitet.
Der russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge wurde der Streifenwagen bei der Explosion schwer beschädigt. Örtliche Medien veröffentlichten Bilder, die ein Polizeifahrzeug mit zerborstenen Fenstern in der Nähe von Bahngleisen zeigen.
Im Verlauf von Moskaus vierjährigem Krieg gegen die Ukraine hat es eine Serie von Angriffen auf russische Armeeangehörige auf russischem Boden gegeben. Im Dezember 2025 waren zwei Polizisten bei einer Explosion im Süden Moskaus getötet worden, als sie versuchten, einen verdächtigen Menschen aufzuhalten. Einem damaligen Bericht der "Kyiv Post" zufolge, die sich auf eine Quelle aus dem ukrainischen Militärgeheimdienst HUR berief, steckte dieser hinter dem Anschlag. Demnach hätten die beiden Getöteten bei der russischen Invasion in der Ukraine gekämpft und ukrainische Kriegsgefangene gefoltert. Laut der Quelle soll ein lokaler Dissident den Anschlag verübt haben.
Ob die Tat am Sawjolowoer Bahnhof in diese Richtung einzuordnen ist, ist bislang völlig unklar. Der Bahnhof im Norden Moskaus ist einer der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte der russischen Hauptstadt.