Panorama

Abgestürzte Passagiermaschine Einsatzkräfte finden Flugschreiber

Nachdem eine Boeing 737 vor Indonesien vom Radar verschwindet, gibt es kaum noch Hoffnung auf Überlebende. Die Rettungsteams haben neben Leichenteilen und Trümmerteilen, mittlerweile auch die Black Box aus dem Meer geborgen.

Suchtrupps haben den Flugschreiber der vermissten Boeing 737-500 der indonesischen Gesellschaft Sriwijaya Air im Meer entdeckt. Dies teilte der Armeechef des Landes mit. Bei den Bergungsarbeiten im Meer waren zuvor weitere Leichenteile und Trümmer entdeckt worden. Der Leiter der medizinischen Abteilung der Polizei in Jakarta sagte, er habe Säcke erhalten, die mutmaßlich Besitztümer von Passagieren enthielten sowie menschliche Überreste. "Einer enthielt Leichenteile", sagte Umar Shahab. Die Arbeiten zur Opfer-Identifizierung seien im Gange.

Zudem wurden von Tauchern auch weitere Trümmer entdeckt, unter anderem mit Teilen der Registriernummer, wie der Chef der Streitkräfte, Luftmarschall Hadi Tjahjanto, sagte. "Wir haben einen Bericht vom Tauchteam erhalten, dass die Sicht unter Wasser gut war, was die Entdeckung einer Reihe von Flugzeugteilen ermöglicht hat", fügte er hinzu. Zuvor hatte bereits der Einsatzleiter der Such- und Rettungsagentur, Bambang Suryo Aji, gesagt, die Einsatzkräfte hätten Trümmer gefunden, die vermutlich von dem Flugzeug stammten. Offiziell bestätigt wurde ein Absturz bislang aber nicht.

Das Passagierflugzeug der indonesischen Billigfluggesellschaft Sriwijaya Air mit 62 Menschen an Bord war am Samstag nur wenige Minuten nach dem Start vom Radar verschwunden und galt seither als vermisst. Bei der Suche wurden Taucher des Militärs eingesetzt. Es werde vermutet, dass sich das Flugzeug in dem Gebiet befinde, dessen Koordinaten beim letzten Kontakt angegeben worden seien, sagte der Chef der Streitkräfte, Luftmarschall Tjahjanto. An der Suche seien auch mehrere Kriegsschiffe und Hubschrauber beteiligt.

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Einsatzkräfte inspizieren gefundene Trümmer.

(Foto: AP)

Die Trümmerteile wurden den Angaben zufolge in der Nähe der Inseln Laki Island und Lancang Island entdeckt. Die beiden Inseln sind Teil der Gruppe Thousand Islands vor der Küste von Java. Die Flugzeit nach Pontianak in der Provinz Kalimantan Barat beträgt nur gut eine Stunde. In der Maschine befanden sich den Angaben zufolge 50 Passagiere, darunter sieben Kinder und drei Babys, zudem zwölf Crew-Mitglieder.

Indonesiens schlechter Luftfahrt-Ruf

Wie Daten des schwedischen Internetdienstes Flightradar24 zeigen, verlor die Maschine schon vier Minuten nach dem Abheben innerhalb von einer Minute mehr als 3300 Meter Höhe. Die Spur verlor sich danach im Meer nördlich der Hauptinsel Java. Die Boeing war Berichten zufolge 27 Jahre alt und gehört seit 2012 der Fluggesellschaft Sriwijaya Air. Die Maschine verfügt über acht Sitze in der Business-Klasse und 112 Sitze in der Economy-Klasse.

Die indonesische Luftfahrtindustrie hat keinen guten Ruf. 2014 kamen 162 Menschen ums Leben, als eine Maschine der Gesellschaft AirAsia auf dem Weg von der indonesischen Stadt Surabaya nach Singapur abstürzte. Die Untersuchungen ergaben, dass die Kontrollsysteme des Flugzeugs nicht angemessen überwacht worden waren, dass sich die Maschine in keinem guten Gesamtzustand befand und dass der Pilot in der Notsituation nicht angemessen reagiert hatte.

Zuletzt hatte es in Indonesien im Oktober 2018 ein schweres Flugunglück gegeben. Damals kamen 189 Menschen ums Leben, als eine Lion-Air-Maschine vom Typ Boeing 737 MAX kurz nach dem Start ins Meer stürzte. Dieser Absturz sowie ein weiterer in Äthiopien führten zu einem weltweiten Flugverbot für die 737 MAX und einer Milliardenstrafe für Boeing wegen der Verschleierung von Informationen über das Stabilisierungssystem MCAS gegenüber den Aufsichtsbehörden.

Quelle: ntv.de, ino/chr/dpa/AFP