Angriff auf CampingplatzEisbär tötet Mann auf Spitzbergen

Mitten in der Nacht attackiert auf Spitzbergen ein Eisbär einen Camper. Der Mann überlebt den Angriff nicht. Immer wieder nähern sich die Tiere menschlichen Behausungen. Grund ist der Klimawandel.
Auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen ist ein Mann von einem Eisbären getötet worden. Nach Informationen der Behörden ereignete sich der Angriff gegen 4 Uhr nachts auf einem Campingplatz bei Longyearbyen, dem Hauptort der zu Norwegen gehörenden Inselgruppe in der Arktis. Kurz darauf sei der Mann, dessen Identität noch nicht bekannt ist, seinen schweren Verletzungen erlegen. Andere Menschen hätten auf den Bären geschossen. Als die Polizei eintraf, war das Tier jedoch verschwunden. Später wurde der Bär tot auf dem Parkplatz eines Flugplatzes gefunden.
Longyearbyen liegt rund 1300 Kilometer vom Nordpol entfernt. Auf der Inselgruppe leben rund 1000 Eisbären. Wissenschaftlern zufolge nähern sich die Tiere auf Nahrungssuche immer häufiger menschlichen Behausungen, weil das schmelzende Eis ihr natürliches Jagdrevier verkleinert. Eisbären ernähren sich überwiegend von Robben. Werden die Bären in der Nähe von Siedlungen gesichtet, werden sie in der Regel vertrieben oder mit Helikoptern umgesetzt. Die Menschen in Longyearbyen sind dazu aufgerufen, die Ortschaft nicht unbewaffnet zu verlassen.
In den vergangenen 50 Jahren gab es auf Spitzbergen insgesamt sechs tödliche Bärenattacken auf Menschen. Der letzte Zwischenfall war 2011, als eine Gruppe britischer Schüler beim Zelten angegriffen wurde. Ein 17-Jähriger wurde damals getötet und vier weitere Schüler verletzt. 2018 wurde dort zudem ein deutsches Crew-Mitglied des Kreuzfahrtschiffes "MS Bremen" von einem Eisbären attackiert. Der Mann arbeitete als "Eisbärenwächter" und sollte eigentlich dafür sorgen, dass die Kreuzfahrt-Passagiere gefahrlos an Land gehen können. Der Mann überlebte mit Kopfverletzungen.