Panorama

"Tristan" über Deutschland Eisregen in NRW - Schneewehen in Sachsen-Anhalt

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In Ingeln-Oesselse (Niedersachsen) kämpft ein Autofahrer mit der zugeschneiten Fahrbahn.

(Foto: dpa)

In Teilen der Republik sorgt Wintersturm "Tristan" für eisige Temperaturen, viel Schnee und spiegelglatte Straßen. Allein in Nordrhein-Westfalen werden 222 Unfälle gezählt, die A2 muss zeitweise gesperrt werden. Auch in Niedersachsen kommen die Räumfahrzeuge teils nicht mehr hinterher.

Der große Wintereinbruch hat Teile Deutschlands in der Nacht erfasst, ist aber vorerst hinter den Befürchtungen der Rettungsdienste und Meteorologen zurückgeblieben. Der erste Eisregen fiel bereits am Samstagabend in Teilen Nordrhein-Westfalens und sorgte für spiegelglatte Straßen. Und in Niedersachsen gab es vereinzelt erste Schneeverwehungen. Heftige Schneefälle führten in Thüringen vielerorts zu Unfällen auf glatten Straßen. Die Polizeidienststellen registrierten aber keine größeren Probleme.

Bis in die Nacht zum Montag rechnen die Meteorologen mit Schneechaos. In der nördlichen Mitte Deutschlands sei mit 15 bis 40 Zentimeter Neuschnee und Schneeverwehungen bis über einen Meter zu rechnen, hieß es beim Deutschen Wetterdienst (DWD). In Nordrhein-Westfalen erwarten die Meteorologen am Sonntag auch bei Tageseinbruch weiter starke Schneefälle und gefährlichen Eisregen.

Probleme in Nordrhein-Westfalen

Bei der Bahn in Nordrhein-Westfalen kam es zu Problemen im Regionalverkehr. In NRW ist vor allem das Ruhrgebiet betroffen. An mehreren Stellen seien Oberleitungen beschädigt worden, sagte eine Bahn-Sprecherin am Morgen. Das betreffe etwa die wichtige Strecke zwischen Duisburg und Essen. Auch auf den Autobahnen wurde es teils brenzlig. Seit Samstagnachmittag zählte die Polizei allein in NRW 222 Unfälle aufgrund des Wetters. Dabei wurden zwei Menschen schwer und 26 leicht verletzt. Der Sachschaden belaufe sich auf etwa eine Million Euro.

Die Autobahn 2 von Dortmund in Richtung Hannover musste zwischen Bielefeld-Süd und Bielefeld-Ost wegen des massiven Schneefalls zeitweise gesperrt werden. Der Winterdienst war am Bielefelder Berg nicht mehr mit dem Räumen der Fahrbahn hinterhergekommen. Nach rund zwei Stunden wurde die Strecke wieder für den Verkehr freigegeben

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In Niedersachsen verlief die Nacht trotz Schneefalls relativ ruhig. Auf der A30 stürzte am Morgen bei Schüttorf ein Lastwagen auf glatter Straße um, der Abschnitt wurde in Fahrtrichtung Osten gesperrt. Die Lage auf den Straßen in Göttingen sei teilweise "katastrophal", größere Unfälle habe es dort aber nicht gegeben, sagte eine Polizeisprecherin. Manche Straßen waren durch Schneeverwehungen nicht befahrbar und mussten gesperrt werden. Der Straßenräumdienst ist im Dauereinsatz. In Osnabrück kam der Busverkehr am Morgen zum Erliegen. In Uelzen mussten mehrere kleinere Straßen gesperrt werden. In der Nacht gab es dort mehrere Unfälle, bei denen allerdings niemand verletzt wurde.

Glatteis und Schnee in Sachsen

In Sachsen blieb das große Winterchaos bislang aus, auch wenn es vereinzelt zu Beeinträchtigungen im Verkehr kam. Auf der Autobahn A4 stellten sich zwischen den Anschlüssen Burkau und Ottendorf-Okrilla (beide Kreis Bautzen) auf dem rechten Fahrstreifen zwei Lastwagen quer. Das sorgte für kilometerlangen Stau. Auf der Autobahn A14 von Halle in Richtung Leipzig hatte sich bei Schkeuditz (Nordsachsen) ebenfalls ein Lastwagen quer gestellt. Der Deutsche Wetterdienst warnt in Leipzig vor Glatteis. In der Nacht fielen verbreitet etwa 10 bis 20 Zentimeter Neuschnee. Vor allem in Nordsachsen soll es auch während des Sonntags weiter schneien.

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In einem Streifen vom Münsterland bis nach Sachsen-Anhalt meldete der DWD am Morgen starke Schneeverwehungen sowie Schneefälle und Schneeverwehungen von Nordrhein-Westfalen bis nach Sachsen. Auf zahlreichen Straßen in Sachsen-Anhalt kam es zu Sperrungen, meist weil sich Autos oder Lastwagen wegen der Straßenverhältnisse quer stellten. Menschen wurden nicht verletzt. Die Lage sei noch nicht prekär, sagte ein Sprecher im Lagezentrum des Innenministeriums. In Magdeburg holten die Verkehrsbetriebe (MVB) ihre Straßenbahnen in die Depots. Auch in Halle wurde der Verkehr mit Straßenbahnen eingestellt.

Der DWD warnt auch für die Nacht auf Montag vor Schnee mit starken bis extremen Schneeverwehungen über der Mitte Deutschlands. Im Vorfeld hatten Meteorologen von einem "denkwürdigen Ereignis mit Seltenheitswert" gesprochen - und Vergleiche zum Winter 1978/79 gezogen, als bei einer Schneekatastrophe in Norddeutschland das Verkehrs-, Versorgungs- und Kommunikationsnetz zusammenbrach.

Quelle: ntv.de, jug/dpa

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