Panorama

Botswana steht vor Rätsel Elefanten-Massensterben geht weiter

Mitte Juni tauchten die ersten Berichte über den Tod Dutzender Elefanten in Botswana auf. Inzwischen sind es fast 400 tote Elefanten. Ihre mehrere tausend Kilo schweren Körper liegen leblos im Sand, meist nahe Wasserlöchern. Noch lebende Elefanten wirken apathisch und desorientiert. Was ist los in Botswana?

Hunderte Elefanten sind im südafrikanischen Botswana verendet. Wildhüter, Tierschützer und Behörden haben keine Erklärung dafür. Bisher könnten sie den Tod von 275 Elefanten im bei Touristen beliebten Okavango-Delta bestätigen, sagte der Leiter der für Wildtiere und Nationalparks zuständigen Behörde, Cyril Taolo. Nach einem den Medien zugespielten vertraulichen Bericht der Tierschutzorganisation Elephants Without Borders (EWB) wurden seit Mai sogar die Kadaver von 356 Elefanten entdeckt.

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Noch weiß niemand, warum seit einigen Monaten Hunderte Elefanten in Botswana verenden.

(Foto: via REUTERS)

Mitte Juni lagen demnach schon 169 der sanften Kolosse tot im Okavango-Delta. Bis heute hat sich die Zahl der verstorbenen Tiere also mehr als verdoppelt. Laut dem EWB-Bericht könnte das Massensterben vor rund drei Monaten begonnen haben. Ob noch weitere tote Tiere gefunden werden und ob das Sterben anhält, ist derzeit noch unklar.

Die Tiere waren sowohl männlich als auch weiblich und aus allen Altersgruppen. Per Luftaufnahme fand die Regierung heraus, dass 70 Prozent der verstorbenen Tiere nahe Wasserlöchern verendeten. EWB-Chef Michael Case berichtete, sie hätten noch lebende Elefanten angetroffen, die schwach, lethargisch und ausgezehrt ausgesehen hätten. Einige von ihnen wirkten zudem desorientiert und lahmten. "Wir haben einen Elefanten beobachtet, der im Kreis herumlief und es auch trotz der Hilfe anderer Tiere aus seiner Herde nicht schaffte, die Richtung zu wechseln."

Die Suche nach der Todesursache dauere an, so die Behörden. Klar sei aber bereits, dass die beiden zunächst ins Auge gefassten Möglichkeiten - eine Vergiftung durch Menschen oder ein Milzbrand - nicht zum Tode der Tiere führten. Parkschützer Taolo wies darauf hin, dass alle Kadaver noch ihre Stoßzähne hatten. Wilderei scheide damit als Todesursache ebenfalls aus. Es seien Proben zur Analyse der Todesursache nach Südafrika, Simbabwe und Kanada geschickt worden.

"Das Ausmaß ist erstaunlich"

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Warum mussten diese Elefanten sterben? Darüber rätseln selbst Experten.

(Foto: via REUTERS)

Dr. Niall McCann, Direktor für Naturschutz der Wohltätigkeitsorganisation National Park Rescue, beschrieb die Situation gegenüber "Sky News" als "katastrophales Wegsterben" und forderte weitere Untersuchungen. "Das Ausmaß ist erstaunlich", erklärte er. "In Botswana leben 30 Prozent der afrikanischen Elefanten und 10 Prozent davon leben in dieser Region. Dies könnte einen echten Einfluss auf die weltweite Population haben."

Dem britischen "Guardian" zufolge hat die Regierung von Botswana nur sehr langsam reagiert. Private Hilfsangebote seien nicht in Anspruch genommen worden. Proben wurden zwar mittlerweile genommen und zur Analyse an Labore geschickt, Testergebnisse werden aber erst in den kommenden Wochen erwartet. Bis dahin könnte das mysteriöse Elefantensterben weitergehen.

In Botswana leben noch rund 130.000 Elefanten in freier Wildbahn, was einem Drittel aller Elefanten auf dem afrikanischen Kontinent entspricht.

Quelle: ntv.de, tar

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