Panorama

Vorfall in US-ZooEltern schauen nur aufs Handy: Kleinkind von Wolf verletzt

08.04.2026, 10:04 Uhr
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In dem Zoo in Hershey leben drei Grauwölfe. (Foto: IMAGO/Martin Wagner)

Mit ihrem eineinhalb Jahre alten Jungen gehen eine Mutter und ein Vater in Pennsylvania in den Zoo. Als die Eltern zu viel aufs Handy schauen, zieht der Kleine los und will zu den Wölfen.

Ein Kleinkind hat sich beim Versuch, in einem Zoo in das Wolfsgehege zu klettern, verletzt. Eines der Tiere schnappte offenbar mit seinem Maul nach dem knapp anderthalbjährigen Jungen, teilten Polizei und Tierpark mit. Zu der Situation am Karsamstag im "Zoo America" in Hershey im US-Bundesstaat Pennsylvania kam es wohl, weil beide Elternteile auf einer Parkbank saßen und am Handy spielten, anstatt ihr Kind im Blick zu behalten.

"Bei dem Vorfall zwängte sich ein unbeaufsichtigtes 17 Monate altes Kind durch eine kleine Öffnung im Holzzaun und gelangte in einen abgesperrten Bereich nahe dem Wolfsgehege. Dort erreichte es das Metallzaun-Gehege", erklärte Ermittler Dennis Eckenrode in seiner Mitteilung. "Anhand der Verletzungen lässt sich erkennen, dass einer der Wölfe im Gehege instinktiv nach der Hand des Kindes griff." Mehrere umstehende Zoobesucher seien sofort eingeschritten und zogen das Kind zurück in den sicheren Bereich.

Für die 43 Jahre alte Mutter und den 61-jährigen Vater des Kindes hat der Osterausflug nun ein Nachspiel: Sie werden "jeweils wegen Gefährdung des Kindeswohls angeklagt", so Polizist Eckenrode. Die Beweislage sei klar. Die Eltern hätten sich 7,5 bis 9 Meter entfernt und schienen "auf ihre Handys zu achten, als sie die Aufregung im Wolfsgehege bemerkten". Noch in diesem Monat soll der erste Termin vor Gericht sein, berichtet der Sender NBC.

Bezirksstaatsanwältin Fran Chardo hat die Entscheidung, Anklage zu erheben, sorgfältig abgewogen: "Wir haben viele Faktoren berücksichtigt - das Alter des Kindes, die Umstände, wie man vorgehen muss, weil es potenziell gefährlich ist. Wir haben uns das genau angesehen", so die Staatsanwältin.

Verletzungen "geringfügig und oberflächlich"

Der Zoo, in dem es zu diesem sicherheitsrelevanten Vorfall kam, erklärte, dass der Junge unter einem Außenzaun, der als Barriere diene, hindurch geklettert sei. Der zweite, ein Maschendrahtzaun, konnte nicht von dem Kleinkind überwunden werden. Mehr als das Hindurchstecken der Hand sei nicht möglich gewesen. Die Verletzungen des Kindes beschrieb der Tierpark als "geringfügig und oberflächlich".

"Ein Wolf näherte sich und berührte die Hand des Kindes. Dies war keine gewaltsame oder aggressive Handlung, sondern vielmehr ein kurzes, erkundendes Verhalten, das dem Verhalten wilder Hunde gegenüber unbekannten Objekten in ihrer Umgebung entspricht", teilte der Zoo, der drei Grauwölfe beheimatet, mit. Die Tiere würden mit ihren Mäulern unbekannte Gegenstände untersuchen, wie es Menschen mit ihren Händen machen würden.

Quelle: ntv.de, mpa

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