Panorama

Lingen schreibt Hitze-Geschichte Emsland stellt mit 42,6 Grad Hitzerekord auf

In Geilenkirchen klettern die Temperaturen auf 40,5 Grad. Damit wird die bisherige Höchstmarke von 2015 überboten. Doch der Rekord hat nur kurze Zeit Bestand. Am Ende des Tages steigen die Temperaturen in einer anderen Kleinstadt auf über 42 Grad.

Egal ob Kairo, Ibiza oder Lissabon - in vielen südeuropäischen Urlaubsorten ist es momentan kühler als hierzulande. Noch nie war es seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Deutschland zuvor so heiß. Die Meteorologen melden immer neue Höchstwerte.

Nachdem in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen am Mittwoch mit 40,5 Grad ein neuer Spitzenwert gemessen worden war, registrierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) schon einen Tag später eine weitere Rekordtemperatur: Erstmals seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen ist in Deutschland die Temperaturmarke von 42 Grad Celsius gemessen worden: Im niedersächsischen Lingen stieg die Temperatur heute auf 42,6 Grad, wie der DWD in Offenbach mitteilte. Dieser Wert müsse aber noch abschließend überprüft werden, betonte ein Sprecher des DWD.

Außerdem seien in sechs Bundesländern neue Höchstwerte erreicht worden. An 25 Messstationen betrugen die Temperaturen 40 Grad oder mehr, an 15 Stationen wurden Werte gemessen, die den von 2015 bis Mittwoch geltenden deutschen Allzeitrekord von 40,3 Grad im unterfränkischen Kitzingen überschritten.

Mit diesen Messergebnissen wurden gleich mehrere jüngere Temperaturrekorde hinfällig. In Lingen waren am Donnerstag zuvor 41,5 und um 15.50 Uhr 41,6 Grad gemessen worden. Noch um 14.20 waren in Bonn-Roleber 40,6 Grad verzeichnet worden. Dort waren zwei Stunden zuvor, wie bereits am Mittwoch in Geilenkirchen 40,5 Grad registriert worden. Um 15.10 Uhr war es in Bonn-Roleber 40,7 Grad heiß. Abgesehen von Lingen seien die übrigen Hotspots nach den vorläufigen Messwerten in Nordrhein-Westfalen: In Duisburg-Baerl und Tönisvorst wurdenjeweils 41,2 Grad gemessen, in Köln-Stammheim 41,1 Grad.

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40,5 Grad standen auf dem Thermometer in Geilenkirchen.

(Foto: dpa)

Während sich viele Menschen zur Abkühlung in Freibäder, Seen und ans Meer stürzten, hat die Hitze auch ernstere Folgen für die Natur - und das Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen: Das AKW soll wegen der steigenden Wesertemperatur voraussichtlich am Freitag abgeschaltet werden. Dann werde für das Flusswasser der Weser die kritische Temperaturgrenze von 26 Grad erwartet, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums. Das Wasser des Flusses wird zur Kühlung des Atommeilers genutzt und anschließend wieder zurückgeleitet.

Auch morgen wird es ähnlich heiß

Die neuen Rekordtemperaturen lösten außerdem eine Diskussion über das Leben mit häufigen Hitzewellen aus. So forderten die Grünen ein "Recht auf Homeoffice" für Büroangestellte und ein "Recht auf Hitzefrei" für Arbeitnehmer mit Freiluftberufen. Die Klimakrise sei eine Gefahr für die menschliche Gesundheit, heißt es in einem "Hitzeaktionsplan" der Partei, über den "Spiegel Online" berichtete.

Hitzerekord in Deutschland

In Geilenkrichen wurden am 24. Juli 40,5 Grad gemessen.

 

In Bonn-Roleber wurden am 25. Juli um 14:20 40,6 Grad gemessen.

 

In Lingen wurden am 25. Juli um 15:10 41,5 Grad gemessen.

 

In Lingen wurden am 25. Juli um 15.50 41,6 Grad gemessen.

 

in Lingen wird am 25. Juli erstmals die Temperaturmarke von 42 Grad gemessen.

Das Recht auf Arbeit von Zuhause solle demnach für alle Beschäftigten gelten, "sofern dem keine betrieblichen Gründe entgegenstehen". Der Bericht zitiert Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter mit den Worten: "Wir brauchen dringend einen koordinierten Hitzeaktionsplan, um unsere Gesellschaft auf die extreme Hitze vorzubereiten und unsere Gesundheit zu schützen."

Auch morgen wird es ähnlich sonnig und heiß bei meist 28 bis 40 Grad. Erst nachmittags sind im Südwesten erste Hitzegewitter möglich. Und die werden am Wochenende immer häufiger und intensiver und beenden die ganz große Hitze. Am Samstag liegen die Temperaturen zwischen 24 bis 34 Grad. Der Sonntag bringt 20 bis 32 Grad.

Ermittelt werden die Temperaturen beim DWD übrigens einerseits mit Hilfe des hauptamtlichen Messnetzes mit rund 180 Wetterstationen. Dazu kommen mehr als 800 Stationen im nebenamtlichen Netz, so dass es insgesamt rund 1000 offizielle Stationen gibt. Für die Erfassung der Temperaturen sind laut DWD aber lediglich rund 500 Stationen relevant, die möglichst flächendeckend übers Land verteilt sind. Außerdem gibt es Messwerte von Partnernetzen, die beispielsweise an Flughäfen betrieben werden, etwa von der Nato oder der Bundeswehr. Laut DWD fallen 42 Stationen in diese Kategorie

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa

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