Panorama

Nach Widerstand der EU-Länder Ende der Zeitumstellung auf 2021 verschoben

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Bis 2021 wird in Europa definitiv weiter an der Uhr gedreht.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Endlich Schluss mit Sommer- und Winterzeit - das wünscht sich EU-Kommissionspräsident Juncker. Sein ambitionierter Plan stößt bei den Mitgliedsstaaten auf Gegenwehr. So schnell wie erhofft wird es die Abschaffung der Zeitumstellung daher nicht geben.

Die Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst wird noch nicht 2019 abgeschafft, sondern frühestens 2021. Die EU-Staaten fordern mehr Vorlaufzeit. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf den EU-Forschungsbericht.

Die Verkehrsminister treffen nächsten Montag demnach noch keine Entscheidung, sondern nehmen nur einen Bericht des österreichischen Ratsvorsitzes zur Kenntnis. Schon Ende Oktober hatte Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer erklärt, der Großteil der EU-Länder habe beim Zeitplan für die Abschaffung Bedenken. Für eine Änderung ab 2021 gebe es hingegen breitere Zustimmung.

Im Bericht fordern die EU-Staaten zudem einen europaweiten "Koordinierungsprozess, um die Entscheidungsfindung zu erleichtern". Damit solle auch verhindert werden, dass ein "Flickenteppich" aus verschiedenen Zeitzonen entstehe. Denn viele Länder in der Europäischen Union sind sich noch uneins darüber, welche Zeitzone künftig gelten soll. Das Magazin "Politico" hatte zuletzt berichtet, dass Portugal, Griechenland und Großbritannien sogar die Zeitumstellung beibehalten wollen.

Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, schon vom kommenden Jahr an nicht mehr an der Uhr zu drehen. Die Staaten sollen stattdessen wählen können, ob sie künftig immer Winter- oder Sommerzeit haben wollen. Die Brüsseler Behörde hatte den Vorschlag eingebracht, nachdem sich in einer Online-Befragung mehr als 80 Prozent der Teilnehmer für die Abschaffung ausgesprochen hatten. Von 4,6 Millionen Antworten kamen etwa 3 Millionen aus Deutschland. EU-Staaten und Europaparlament müssten mehrheitlich zustimmen, damit die Vorschläge der EU-Kommission umgesetzt werden könnten.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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