Panorama

Engpässe bei Speiseöl Kölner Wirt streicht Pommes von der Karte

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Ab dem 1. April werden in einem Kölner Brauhaus Bratkartoffeln statt Pommes serviert.

(Foto: imago images/Gottfried Czepluch)

Eigentlich werden Schnitzel oder Currywurst standesgemäß mit Pommes serviert. Doch knapper und teurer gewordenes Speiseöl zwingen ein Kölner Brauhaus zum Umdenken. Die Nöte des Restaurants sind laut einem Branchenverband kein Einzelfall.

Angesichts knapper und teurer gewordener Speiseöle können einige Restaurants beliebte Klassiker nicht mehr anbieten. So hat die Geschäftsführung des Kölner Brauhauses "Gaffel am Dom" etwa Pommes frites von der Karte nehmen müssen, wie Geschäftsführer Erwin Ott mitteilt. Ab dem 1. April werden in dem Brauhaus deswegen Bratkartoffeln als eine Beilage zu Gerichten gereicht.

Eigentlich seien Pommes bei Schnitzel oder Currywurst Standard. Aber die Lieferanten könnten nur einen Bruchteil der bestellten Menge an Speiseöl liefern, schilderte Ott. Sie könnten auch nicht sagen, wie lange die Knappheit andauern werde. Angesichts des Krieges in der Ukraine gebe es die Befürchtung, dass diese Situation anhalten werde. Sowohl bei Sonnenblumenöl als auch bei Rapsöl gebe es Lieferprobleme. "Da mussten wir reagieren", verdeutlichte der Geschäftsführer.

Zudem seien Speiseölpreise in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Reibekuchen und Schnitzel würden hingegen aber in dem Brauhaus weiter angeboten. Erste Reaktionen der Gäste gebe es zwar noch nicht, weil die neue Karte erst ab dem 1. April gelte. Er sei deshalb aber auch schon gefragt worden, ob es sich dabei etwa um einen April-Scherz handele. "Es wäre mir lieber, es wäre ein April-Scherz", erklärte Ott.

Die Nöte des Kölner Brauhauses "Gaffel am Dom" sind nach Ansicht des Branchenverbandes Dehoga NRW kein Einzelfall. "Wir haben eine angespannte Situation, in der bestimmte Speiseölsorten wie Sonnenblumenöl schwerer als sonst zu bekommen sind", sagte Sprecher Thorsten Hellwig. Das könne Betriebe, die viel Öl benötigen, besonders treffen. Wie viele Gastronomen tatsächlich davon betroffen seien und wie lange die Lieferengpässe anhielten, sei derzeit nicht absehbar. Hinzu kämen Inflationseffekte in vielen Bereichen.

(Dieser Artikel wurde am Dienstag, 29. März 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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