Panorama

Zwei Großbrände binnen weniger Wochen Eni-Raffinerie kämpft gegen den Feuerteufel

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Ein Knall zerreißt am Montagmorgen die Stille: In der Eni-Raffinerie bricht Feuer aus.

(Foto: Twitter.com / @beppe_grillo)

Feueralarm in einem Industriegebiet südlich von Mailand: In Sichtweite des kleinen Städtchens Sannazzaro de' Burgondi steigen dunkle Qualmwolken in den norditalienischen Winterhimmel. Die Raffinerie am Ortsrand steht schon wieder in Flammen.

In einer Raffinerie des Energiekonzerns Eni in Italien ist zwei Monate nach einem Großbrand erneut Feuer ausgebrochen. Die Situation sei unter Kontrolle, teilte die norditalienische Kommune Sannazzaro de' Burgondi am Nachmittag mit.

Ein Knall habe die Anwohner am Morgen geweckt, berichtete die Tageszeitung "Il Giorno". Laut Nachrichtenagentur Ansa gibt es keine Verletzten. Das Feuer sei am Morgen in derselben Raffinerie 60 Kilometer südlich von Mailand ausgebrochen, heißt es, in der es bereits am 1. Dezember 2016 gebrannt hatte. Damals waren Einsatzkräfte stundenlang mit den Löscharbeiten beschäftigt.

Der Parteichef der Fünf-Sterne-Bewegung, Beppe Grillo, verbreitete auf Twitter ein Video, das das Aufsteigen schwarzer Rauchwolken zeigte und das den Angaben der Partei zufolge Anwohner aufgenommen hatten. "Wir fordern, dass die Bevölkerung informiert und geschützt wird", erklärte Grillo. Die Brandursache ist noch vollkommen unklar.

Umweltdaten geheimgehalten?

Der Parteichef zeigte sich empört, dass in der betroffenen Anlage schon wieder Feuer ausbrechen konnte. Die Folgen der Brandkatastrophe von Anfang Dezember für Umwelt und Gesundheit seien noch immer nicht analysiert, betonte Grillo. "Die Daten werden von der Staatsanwaltschaft unter Verschluss gehalten", meinte er. "Selbst wir, als Vertreter der Bürger, können sie nicht einsehen."

Grillo kündigte ein parlamentarisches Nachspiel an. Seine Fünf-Sterne-Bewegung fordere eine "sofortige Anhörung von Eni-Vertretern im Parlament" an. "Wir wollen wissen, was in diesem Bereich los ist, wir wollen sehen, ob das Werk fehlerhaft ist, und wir wollen verhindern, dass die Bevölkerung noch mehr Belastungen für Umwelt und Gesundheit erleiden muss. Es gibt keine Zeit zu verlieren."

Der Gründer der "Fünf-Sterne"-Bewegung macht sich unter anderem auch für ein Referendum über einen Euro-Austritt stark. Wie ernst es der mittlerweile größten Oppositionspartei Italiens damit ist, ist Beobachtern zufolge aber offen. So arbeitete Grillo zuletzt zum Beispiel auch darauf hin, dass Abgeordneten seiner Partei im EU-Parlament in die Euro-freundliche liberale Fraktion wechseln, was diese aber ablehnte.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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