Panorama

Mann in USA gefunden Entführtes Kind nach 55 Jahren aufgetaucht

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Paul Joseph Fronczak am 26. April 1964.

(Foto: AP)

Vor mehr als 50 Jahren wird ein Baby aus einem Chicagoer Krankenhaus entführt. Zwei Jahre später findet das FBI ein altersmäßig passendes Kind und die Eltern glauben, ihren Sohn Paul zurückzuhaben. Erst im Jahr 2012 kommt heraus, dass er nicht der leibliche Sohn ist. Das Rätsel klärt sich erst jetzt auf.

In den USA ist offenbar ein Mann identifiziert worden, der vor 55 Jahren als Baby aus einem Krankenhaus entführt wurde. Er blieb bis zum jetzigen Zeitpunkt verschollen, wie mehrere internationale Medien berichten. Dabei dachten seine Eltern jahrelang etwas ganz anderes.

Chester und Dora Fronczaks Sohn Paul war erst 24 Stunden alt, als er im April 1964 aus dem Michael Reese Hospital entführt wurde. Eine Frau, die vorgab eine Krankenschwester zu sein, trug das Baby weg und sagte, sie würde es zum Arzt bringen. In Wirklichkeit entführte sie den kleinen Paul und ließ die Eltern voller Verzweiflung zurück.

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Die Eltern können nicht fassen, dass ihr Kind aus dem Krankenhaus entführt wurde.

(Foto: AP)

Zwei Jahre glaubten die Eltern, dass sie ihren Sohn wohl niemals wiedersehen werden. Doch dann findet das FBI einen Zweijährigen und ist sich sicher: Das ist Paul. Auch die Eltern glauben der Polizei. Weil es 1966 noch keine DNA-Proben gab, konnten sie die Verwandtschaft nicht prüfen. Der Junge war in einem Shopping-Center in New Jersey gefunden worden und ähnelte dem Vermissten.

Bis 2012 - also mehrere Jahrzehnte lang - sind die Eltern im Glauben, dass sie ihren leiblichen Sohn vor sich haben. Doch dann zeigt ein DNA Test das Unvorstellbare: Der Mann, den sie als ihren Sohn aufzogen, war gar nicht Paul.

Mit dieser Entwicklung endete die tragische Geschichte der Famlie Fronczak allerdings noch nicht: Denn ein investigativer Journalist aus den USA machte sich auf die Suche nach dem wirklichen Paul Fronczak - und fand ihn nun, im Jahr 2019 und damit 55 Jahre nach der Entführung. Am Mittwoch wurde in Medienberichten öffentlich, dass Paul heute unter einem anderen Namen in einer Kleinstadt in Michigan lebt.

Der nicht benannte Mann erklärte in US-Medien, dass sich das FBI vor wenigen Monaten bei ihm gemeldet und er die Nachricht noch immer nicht verdaut habe. Er könne noch nicht sagen, ob er seine leibliche Mutter Dora noch kontaktieren werde. Mutter Dora lebt noch, seinen Vater Chester kann der leibliche Sohn allerdings nicht mehr treffen, er ist vor einigen Jahren bereits gestorben. "Wir bitten um Privatsphäre für die Opfer, während wir die Fakten untersuchen", sagte ein Sprecher des FBI in Chicago. Die Behörde sowie Dora Fronczak wollten sich nicht zu dem Fall äußern.

Quelle: ntv.de, sgu

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