Panorama

Tsunami-Gefahr in Indonesien Erdbeben fordert mindestens 42 Todesopfer

Immer wieder bebt in Indonesien die Erde. Der Inselstaat liegt auf dem Pazifischen Feuerring und gilt damit als besonders anfällig für derartige Naturgewalten. Von einem neuerlichen Erdstoß werden die Einwohner im Schlaf überrascht. Die Behörden warnen vor gefährlichen Nachbeben.

Bei einem schweren Erdbeben sind auf der indonesischen Insel Sulawesi mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten Opfer bei dem Beben der Stärke 6,2 habe es in der Provinzhauptstadt Mamuju gegeben, zitierte der Sender Metro TV den Chef des örtlichen Zivilschutzes, Darno Majid. Weitere 600 Menschen seien verletzt worden, 200 von ihnen schwer, teilte die nationale Such- und Rettungsagentur mit. Unter den Trümmern eingestürzter Häuser werden noch weitere Opfer vermutet.

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Unzählige Menschen werden noch unter Häusertrümmern vermutet.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Die Wetterbehörde warnte die Einwohner zudem vor weiteren Nachbeben, die möglicherweise noch stärker sein könnten als das erste Beben und einen Tsunami auslösen könnten. Deshalb sollten sie alle Strandgebiete meiden. Durch den Erdstoß wurden Dutzende Häuser zerstört oder beschädigt. Unter anderem stürzten zwei Krankenhäuser und das Gebäude der Lokalverwaltung in Mamuju ein, wie Muhammad Idris, Sprecher des Gouverneurs, mitteilte. "Wir versuchen gerade, Menschen aus dem Verwaltungsgebäude zu retten. Wir können ihre Stimmen hören, aber sie können sich nicht bewegen."

Das ganze Ausmaß der Schäden in Mamuju und Umgebung ist noch nicht überschaubar. "Straßen sind aufgeplatzt und viele Gebäude eingestürzt", sagte der 28-jährige Hendra, ein Einwohner der Stadt. "Das Beben war sehr stark. Ich bin aufgewacht und mit meiner Frau fortgerannt."

Das Beben erschütterte die Insel gegen 1.28 Uhr Ortszeit (19.28 Uhr MEZ am Donnerstag). Das Zentrum des Erdstoßes lag bei Majene im Westteil der Insel in zehn Kilometern Tiefe. Unter anderem seien in der Region mehrere Erdrutsche gemeldet worden, berichtete der Zivilschutz. Tausende Menschen mussten aus ihren Häusern fliehen. Am Donnerstag hatte sich in der Gegend bereits ein Beben der Stärke 5,9 ereignet.

"Mein Kind ist da drin"

Ein Video, das der Katastrophenschutz veröffentlichte, zeigte ein kleines Mädchen, das unter den Trümmern eines Hauses voller Schmerzen um Hilfe schrie. "Es sind dort vier Menschen, aber wir können nichts machen, weil wir kein schweres Gerät haben", sagte eine Männerstimme in dem Video. In einem anderen Video zeigte eine Frau auf die Trümmer ihres Hauses und sagte: "Mein Kind ist da drin".

Erst 2018 waren bei einem Erdbeben der Stärke 7,5 und einem darauffolgenden Tsunami nahe der Stadt Palu auf Sulawesi mehr als 4000 Menschen gestorben. Die Insel befindet sich zwischen Borneo und Neuguinea. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der für häufige Erdbeben und Vulkanausbrüche bekannt ist.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP

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