Panorama

Nach dem Überfall auf Ikea Ermittler prüfen RAF-Verdacht

Wer steckt hinter dem brutalen Raubüberfall vor einem Frankfurter Möbelhaus vom vergangenen Wochenende? Der Fall weist beunruhigende Parallelen zu früheren Raubüberfällen auf. Hat es die hessische Polizei mit einem letzten Terror-Trio der RAF zu tun?

Nach dem Überfall auf einen Geldboten vor einem Möbelhaus in Frankfurt ermittelt die Polizei weiter in alle Richtungen. Auch eine mögliche Verbindung zur früheren Roten Armee Fraktion (RAF) steht im Raum. Es gebe dafür zwar "keinerlei konkrete Hinweise", sagte ein Polizeisprecher in Frankfurt. Dennoch werde diese Möglichkeit, "so unwahrscheinlich sie sein mag", natürlich überprüft, "alles andere wäre ziemlich unprofessionell".

Über entsprechende Verdachtsmomente hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet. Die Ermittler arbeiten mit der Kölner Polizei zusammen, in deren Zuständigkeitsbereich sich im März ein sehr ähnlicher Fall zugetragen hatte.

Laut "FAZ" könnte es sich bei den Tätern um das frühere RAF-Trio Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette handeln, die seit Jahrzehnten untergetaucht sind. Die Ermittlungen seien wieder intensiviert worden, nachdem das Trio mit einer Serie von Raubüberfällen auf Geldtransporter in Verbindung gebracht wurde.

Auffälliges Tatmuster

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Fahndungsplakat der Polizei.

(Foto: LKA Niedersachsen)

Ein Unbekannter hatte am Samstag vor der Ikea-Filiale im Stadtteil Nieder-Eschbach einem Geldboten eine Kassette voller Bargeld entrissen. Bei einer Rangelei am Seiteneingang kam es zu einem Schusswechsel, der Bote wurde getroffen und schwer verletzt. Nach dem Überfall wurde das ausgebrannte Fluchtauto nahe des Tatorts gefunden.

Kommende Woche will die Polizei Fahndungsbilder des Haupttäters und möglicher Mittäter veröffentlichen. Eigentlich wollten die Beamten schon diese Woche mit Bildern an die Öffentlichkeit. Die Aufnahmen müssten aber noch aufbereitet werden, sagte der Polizeisprecher. In ersten Berichten hatte es noch geheißen, dass die Ermittler von einem Einzeltäter ausgehen. Gesucht wurde ein etwa 1,80 Meter großer Mann, der mit einem weißen Kapuzenpullover und einer schwarzen Trainingshose bekleidet gewesen sein soll.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa