Panorama

Kölner Polizei prüft Parallelen Transporterüberfall erinnert an frühere Tat

Dramatische Szenen am Flughafen Köln/Bonn: Maskierte überfallen einen Geldtransporter und verletzen einen Wachmann schwer. Danach zünden sie ihr Fluchtauto an und fliehen wahrscheinlich zu Fuß. Das Verbrechen weist Parallelen zu einem früheren Überfall auf.

Es muss eine Szene gewesen sein wie aus einem Köln-"Tatort": Maskierte Bewaffnete stürmen am Flughafen Köln/Bonn auf einen Geldtransporter zu. Jemand ruft: "Auf den Boden, auf den Boden!" Dann fallen Schüsse. Einer der Wachmänner wird in den Oberschenkel getroffen und lebensgefährlich verletzt. So schildert ein Polizeisprecher die Tat.

Wenig später bietet sich der Kölner Feuerwehr ein anderes dramatisches Bild: Auf einer Straße direkt neben der Autobahn 59 im Stadtteil Porz steht ein brennendes Auto. Die Flammen schlagen hoch aus dem Wrack, dicke schwarze Rauchwolken steigen auf. Die zwei Täter haben den Ermittlern zufolge ihr Fluchtfahrzeug angezündet. Sind sie mit einem anderen Wagen weitergefahren oder gar zu Fuß geflüchtet? Eines scheint klar: Das Verbrechen wurde genau geplant und ohne Skrupel ausgeführt. Im ausgebrannten Autowrack finden die Ermittler später ein Kalaschnikow-Sturmgewehr - die mögliche Tatwaffe.

Zurück am Flughafen. Etwa zwei Stunden nach dem Überfall untersuchen Polizisten den dunkelblauen Geldtransporter mit Essener Kennzeichen und geöffneten Hintertüren. Der Tatort ist mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Er befindet sich im unteren Teil des Terminals, wo Fernbusse abfahren und Taxis halten.

"Wir haben einen lauten Knall gehört"

Nach Angaben von Polizeisprecher Wolfgang Baldes kamen die Täter mit einem dunklen Audi. Die Polizei sei schnell vor Ort gewesen, ein Beamter habe Erste Hilfe geleistet und das Bein des verletzten Wachmanns abgebunden. Trotzdem sei die Schusswunde lebensgefährlich gewesen - der Mann musste notoperiert werden. Am Nachmittag dann die Nachricht: Er ist außer Lebensgefahr.

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Ermittler sichern an dem ausgeraubten Geldtransporter Spuren.

(Foto: picture alliance/dpa)

"Wir haben auf einmal einen lauten Knall gehört", erzählt der Mitarbeiter eines Busunternehmens, das im Terminal einen Stand hat. "Der Knall war ungefähr so, als ob hier in der Halle ein Rollkoffer umfällt - nur viel lauter." Dann habe er ein dunkles Auto bemerkt, das mit offenem Kofferraumdeckel zügig weggefahren sei, schildert der Mann, der seinen Namen nicht nennen will. Anschließend seien Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen gekommen. "Was tatsächlich passiert ist, habe ich dann im Internet gelesen."

Dort findet sich auf der Seite der "Rheinischen Post" auch ein Video von der Flucht der maskierten Täter: Man sieht, wie sie einen Koffer in ihr Auto packen und wegfahren. Ob sie etwas erbeuteten und wenn ja, wieviel - darüber schweigt die Polizei. Während des Überfalls habe einer der Täter hochdeutsch gesprochen, berichtet die Polizei. Der andere habe nichts gesagt.

Verbindungen zu Ex-RAF-Terroristen?

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Wie bei einem ähnlichen Raubüberfall ein Jahr zuvor, zündeten auch die Täter vom Flughafen Köln/Bonn ihren Fluchtwagen an.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Fall weckt Erinnerungen an einen anderen Überfall vor fast genau einem Jahr. Dabei hatten Unbekannte im Alter zwischen 30 und 40 Jahren einen Geldtransporter auf dem Parkplatz eines Ikea-Kaufhauses in Köln-Godorf ausgeraubt. Sie schlugen zu, nachdem der 60 Jahre alte Geldbote aus dem Transporter gestiegen war. Mit der Beute verschwanden die Kriminellen vor einem Jahr unerkannt. Wenig später wurde ihr Wagen brennend in der Nähe entdeckt.

Nach Zeugenaussagen flüchteten die Täter zu Fuß. Zur Höhe des erbeuteten Geldes machte die Polizei damals keine Angaben. Die Ermittler prüften danach Parallelen zu Raubüberfällen, die drei untergetauchten Ex-RAF-Terroristen zur Last gelegt wurden. Es ergaben sich dann aber keine Hinweise auf eine Verbindung.

Der Fall lief im November auch bei "Aktenzeichen XY" - aber offenbar ohne Ergebnis. Ein Polizeisprecher sagt: "Das war ein ähnlicher Modus Operandi, aber ob die beiden Taten in Zusammenhang stehen, das müssen die Ermittlungen ergeben."

Quelle: ntv.de, Petra Albers und Christoph Driessen, dpa