Sprengkörper und kaputte KabelErmittler untersuchen mögliche Sabotage an Italiens Bahnnetz

Zum Start der Olympischen Spiele rücken Anti-Terror-Experten wegen Schäden im italienischen Schienennetz aus. Die Ermittler weisen auf ähnliche Fälle zu Beginn der letzten Sommerspiele in Paris hin.
Mit Beginn der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo sind auf dem Streckennetz der italienischen Eisenbahn im Norden des Landes an drei Stellen Beschädigungen entdeckt worden. Derzeit laufen Ermittlungen, ob es einen Zusammenhang gibt. Nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa schließen Ermittler nicht aus, dass es sich wie zu Beginn der Sommerspiele 2024 in Paris um Sabotage handeln könnte. Es kam zu erheblichen Verspätungen.
Auf der Strecke zwischen der Großstadt Bologna und Padua im Norden wurde nach Angaben der Behörden ein "rudimentärer Sprengkörper" auf einer Weiche gefunden. Auf derselben Strecke wurde entdeckt, dass Stromkabel in einem Schacht durchtrennt wurden. Die staatliche Eisenbahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) erklärte, ein technischer Defekt sei als Ursache ausgeschlossen. Auf der Strecke zwischen Bologna und Ancona geriet zudem in der Nähe des Bahnhofs von Pescara eine Stromkabine in Brand. Die Verspätungen summierten sich auf bis zu eineinhalb Stunden.
In die Ermittlungen seien auch Anti-Terror-Experten eingeschaltet, hieß es. Zumindest in Pescara wird vermutet, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde.
In Frankreich hatten Unbekannte kurz vor Eröffnung der Spiele im Juli 2024 koordinierte Brandanschläge auf das Netz der TGV-Hochgeschwindigkeitszüge verübt. Durch zerstörte Signalanlagen und Kabel wurden drei der vier Hauptstrecken lahmgelegt.