Panorama

Harter Weg in die Eliteeinheit Erste Frau schafft KSK-Eignungsprüfung

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Bisher hat es noch keine Frau durch das mehrstufige Auswahlverfahren der Eliteeinheit geschafft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach zwölf harten Wochen steht fest, dass die Bewerberin geeignet ist: Zum ersten Mal in der Geschichte der KSK schafft es eine Frau in die zweite Runde der Aufnahmeprüfungen. Bei der Eliteeinheit der Bundeswehr gelten für sie die gleichen Anforderungen wie für die männlichen Soldaten.

Erstmals in der Geschichte des Kommandos Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr hat eine Frau die erste Runde umfangreicher Prüfungen bestanden. Eine Soldatin habe erfolgreich teilgenommen und sich somit für den zweiten Teil qualifiziert, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums auf Anfrage. "Wir freuen uns, dass sie sich dieser anspruchsvollen Herausforderung stellt", sagte er weiter.

Das sogenannte Potenzialfeststellungsverfahren für den Dienst in der Eliteeinheit dauert zwölf Wochen und ersetzt seit November 2020 das bisherige zehnwöchige Eignungsfeststellungsverfahren. Es soll einen "tieferen und breiteren Erkenntnisgewinn hinsichtlich der Eignung der Bewerberinnen und Bewerber erzielen". "Neben geistigen und körperlichen Fähigkeiten werden im Auswahlverfahren besonders die charakterliche Eignung und das Wertefundament untersucht", so der Sprecher. "Zusammen mit anderen Maßnahmen soll verhindert werden, dass ungeeignete, nicht auf dem Boden der Verfassung stehende Soldatinnen und Soldaten in die Spezialkräfte gelangen können." Die Anforderungen an Männer und Frauen sind dabei grundsätzlich gleich.

Bei der Eliteeinheit der Bundeswehr, die im baden-württembergischen Calw stationiert ist, hatte es in den letzten Jahren mehrere rechtsextremistische Vorfälle gegeben. Nach Ermittlungen des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) hatte die Polizei im Mai 2020 im Garten eines KSK-Soldaten im sächsischen Collm ein Waffenversteck ausgehoben. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer von der CDU entschied im Juni vergangenen Jahres, das KSK nach Vorwürfen von Extremismus und fehlender Verfassungstreue grundlegend umzustrukturieren. Die dabei besonders aufgefallene 2. Kommando-Kompanie wurde aufgelöst. Sollten die Reformbemühungen nicht greifen, wurde die Auflösung der ganzen Einheit erwogen.

Kramp-Karrenbauer zeigte sich nun zufrieden mit den bisherigen Entwicklungen. "Alle Rückmeldungen, die mir bisher vorliegen - über den Generalinspekteur, über die Wehrbeauftragte, auch über das KSK selbst - sind Rückmeldungen, die zeigen, dass wir mit den Maßnahmen auf dem richtigen Weg sind", so die Ministerin. In einem ersten Zwischenbericht hatte die militärische Führung eine positive Bilanz zu den Entwicklungen der Einheit gezogen. "Wir wollen im Frühjahr einen zweiten Zwischenbericht vorlegen. Im Sommer soll der Prozess abgeschlossen sein und das KSK wieder nach und nach in die internationalen Verpflichtungen stärker eingebaut werden", so Kramp-Karrenbauer.

Quelle: ntv.de, jhe/dpa

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