Panorama

Entsetzen und Unglaube Erste Hanauer Opfer werden beigesetzt

Wenige Tage nach dem Anschlag von Hanau werden die ersten Toten beigesetzt: eine 35-jährige Frau und ein 22-jähriger Mann. Eine zentrale Trauerfeier soll es dann für alle Opfer im März geben.

Im Laufe des Tages werden die ersten Opfer des Hanauer Anschlags bestattet. Eine Getötete wird am Mittag in Offenbach beigesetzt, die 35-Jährige hinterlässt zwei Kinder. Sie wurde im Kiosk neben einer der angegriffenen Shisha-Bars erschossen.

Im RTL-Interview erzählte der Vater der Toten, seine Tochter sei in dem Laden, in dem sie sonst auch arbeitet, gewesen, um Pizza zu holen. "Mein Kind wurde hier umgebracht, sie war erst 35 Jahre alt." Die Frau stammte aus einer Roma-Familie und wohnte nur wenige Hundert Meter vom Anschlagsort entfernt. Die Angehörigen hatten ein Video veröffentlicht, in dem die getötete Frau zu sehen ist. Die Welt solle ihre tote Tochter sehen. Man habe sich hier sicher gefühlt. Der Tod seiner Tochter sei nicht wiedergutzumachen, sagte der Vater. "Wir begreifen das nicht."

Ein junger Mann wird am Nachmittag in Hanau nach muslimischem Ritus beigesetzt. Der 22-Jährige hatte gerade seine Ausbildung abgeschlossen. In der Nacht zum Donnerstag hatte ein 43-jähriger Deutscher in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Der Sportschütze tötete anschließend auch seine 72 Jahre alte Mutter und dann sich selbst. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der mutmaßliche Täter eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank.

Die zentrale Trauerfeier für die Opfer des Anschlags in Hanau wird wohl erst im März stattfinden. Zunächst werde abgewartet, bis das letzte Opfer beigesetzt oder überführt sei, sagte eine Sprecherin der Stadt. Die große Trauerfeier wird demnach in Abstimmung mit den Angehörigen sowie den Bundes- und Landesbehörden vorbereitet. Einen Termin gebe es noch nicht, so die Sprecherin. Aber in dieser Woche werde die Veranstaltung sicher nicht stattfinden.

Quelle: ntv.de, sba/dpa