Panorama

27.000 Liberianer machen mit Erste Impfkampagne gegen Ebola startet

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Ein alltäglich wirkendes Bild, allerdings mit historischer Bedeutung: Ein Liberianer lässt sich gegen Ebola impfen.

(Foto: dpa)

Es ist so weit: Während die Ebola-Epidemie in Westafrika langsam abflaut, werden die ersten Impfstoffe an Menschen in Liberia getestet. Derweil weiht Kanzlerin Merkel in Deutschland ein neues Labor ein, in dem gefährliche Viren erforscht werden.

In Liberia haben die ersten Tests mit zwei Impfstoffen gegen Ebola begonnen. Die ersten 20 Freiwilligen hätten sich für die Tests eingefunden, teilte das Redemption Hospital in Monrovia mit, in dem mit den Impfungen begonnen werden soll, bevor sie auf weitere Krankenhäuser in der Hauptstadt und ihrer Umgebung ausgeweitet werden. Getestet werden demnach der Impfstoff ChAd3 der britischen Firma GlaxoSmithKline (GSK) sowie der von der kanadischen Gesundheitsbehörde entwickelte und vom US-Labor Merck produzierte Impfstoff rVSV-ZEBOV.

Insgesamt wollen die Forscher rund 27.000 gesunde Männer und Frauen ab 18 Jahren impfen. Die Tests finden unter Aufsicht des US-Instituts NIAID statt. Nach Vorabtests halten die Forscher die beiden Impfstoffe für sicher. Allerdings ist noch unklar, ab welcher Dosierung sie vor dem gefährlichen Erreger schützen. Seit Ausbruch der Epidemie vor rund einem Jahr in Westafrika haben sich rund 9000 Menschen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Ebola infiziert, mindestens 3700 von ihnen starben. Bislang gab es weder Medikamente noch Impfungen gegen den Virus. Mittlerweile sinkt die Zahl der Neuerkrankungen - ein Ende der Epidemie ist in Sicht.

Labor für 170 Millionen Euro

Deutschland hat derweil das dritte deutsche Hochsicherheitslabor zur Erforschung gefährlicher Erreger wie Ebola- oder Lassa-Viren eröffnet. Das Labor der Sicherheitsstufe 4 (S4) erforscht Erreger, die für Menschen hochgefährlich sind. Seit viereinhalb Jahren wurde an dem Neubau auf einem Klinikgelände der Berliner Charité gebaut. Rund 170 Millionen Euro Bundesmittel flossen hinein. Neben dem räumlich und technisch komplett autarken S4-Labor, das in einem "Haus im Haus" untergebracht ist, finden in dem umliegenden Gebäuderiegel auch Büros und drei neue S3-Labore Platz.

In Berlin hat sich zudem ein Verdachtsfall auf Ebola nicht bestätigt: Alle Tests zum Nachweis auf die Infektionskrankheit waren bei dem am Montag in die Charité eingelieferten Patienten negativ, wie die Klinik mitteilte. Bereits kurz nach der Aufnahme des Mannes sei eine Malaria-Infektion festgestellt und eine entsprechende Therapie eingeleitet worden.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP/dpa