Panorama

Mit Brandmauer und Lockdown Europa kämpft gegen zweite Welle

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Auf den Straßen von Wales wird es leer- ab Freitag beginnt der zweiwöchige Lockdown.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Fallzahlen steigen in Europa unaufhörlich. Rund 7,4 Millionen Corona-Infektionen wurden mittlerweile nachgewiesen. Viele Länder reagieren mit einer verschärften Maskenpflicht oder einer Sperrstunde. In Wales kommt es nun sogar zum Lockdown.

Von der Einschränkung von Versammlungen über Sperrstunden bis hin zu einem vorübergehenden Lockdown - angesichts rasant steigender Corona-Fallzahlen haben eine Reihe europäischer Länder weitere Restriktionen beschlossen. In Wales soll am Freitag ein zweiwöchiger Lockdown beginnen, in Belgien trat am heutigen Montag eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft, Italien führte eine Sperrstunde ab Mitternacht und die Schweiz eine Maskenpflicht in öffentlichen Räumen ein.

"Wir haben jetzt die schwierige Entscheidung getroffen, eine zweiwöchige Brandmauer ('firewall') zu verhängen, die am Freitag um 18 Uhr beginnt", teilte der walisische Regierungschef Mark Drakeford mit. Nur dringend benötigte Arbeitskräfte dürfen ihr Zuhause in dieser Zeit verlassen, Treffen mit Menschen außerhalb des eigenen Haushalts sind dann nur Alleinlebenden und Alleinerziehenden gestattet.

Ohne den Lockdown werde der nationale Gesundheitsdienst NHS die vielen Covid-19-Patienten nicht mehr angemessen behandeln können, betonte Drakeford. Wales ist ein Landesteil des Vereinigten Königreichs. Mit fast 47.000 Corona-Toten weist Großbritannien die höchste Opferzahl Europas auf.

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Rund 250.000 Corona-Tote europaweit

Europaweit wurden mittlerweile bereits rund 7,4 Millionen Corona-Infektionen nachgewiesen. Am Sonntag überstieg die Zahl der Corona-Toten auf dem Kontinent die Marke von 250.000 Fällen. Viele europäische Länder, darunter Deutschland, kämpfen derzeit mit einer zweiten Welle der Pandemie. In der vergangenen Woche schoss die Zahl der Neuinfektionen in Europa um 44 Prozent in die Höhe. Einen erneuten wirtschaftsschädigenden Lockdown wollen die Regierungen aber mit aller Kraft vermeiden.

In Österreich dürfen daher ab Freitag bei öffentlichen Veranstaltungen draußen statt bisher 3000 maximal 1500 Menschen zusammenkommen, in Innenräumen gilt dann eine Obergrenze von 1000 Teilnehmern. Für die Großveranstaltungen gilt eine Maskenpflicht und ein Bewirtungsverbot. Bei Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze dürfen laut österreichischer Nachrichtenagentur APA künftig in Innenräumen höchstens sechs Menschen zusammenkommen und draußen maximal zwölf. Bei höheren Teilnehmerzahlen muss die Veranstaltung den Behörden gemeldet werden. Kanzler Sebastian Kurz warb laut APA für einen kollektiven "Kraftakt" im Kampf gegen die Pandemie: "Je besser wir zusammenhalten, je besser jeder einzelne mitmacht, desto besser werden wir durch die Situation kommen."

In Slowenien gilt ab Dienstag eine Ausgangssperre zwischen 21 und 6 Uhr und ein Verbot von Auslandsreisen. Nur für Grundschüler findet noch Präsenzunterricht statt, die Obergrenze für private Treffen wurde auf sechs Menschen gesenkt.

Nächtliche Ausgangssperre in Paris und Belgien

Wie am Wochenende in Paris und acht weiteren französischen Städten trat auch in Belgien eine nächtliche Ausgangssperre von Mitternacht bis 5 Uhr in Kraft. Ab 20 Uhr ist außerdem der Verkauf von Alkohol verboten. Angesichts überlasteter Krankenhäuser müssen landesweit alle Cafés und Restaurants für mindestens vier Wochen schließen. Belgiens Bürger dürfen nur noch mit maximal einem Menschen außerhalb ihres Haushalts engen Kontakt ohne Maske haben.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte verkündete am Sonntag eine Sperrstunde ab Mitternacht für Bars und Restaurants. Maximal sechs Gäste dürften noch pro Tisch in den Lokalen sitzen. Ab 18 Uhr werden keine stehenden Gäste mehr bedient.

Die Schweizer Regierung beschloss am Sonntag eine Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen wie Geschäften und Lokalen. Außerdem gelten seit Montag Beschränkungen für private Feiern und öffentliche Versammlungen mit mehr als 15 Menschen. Ziel sei es, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern, erklärte die Regierung in Bern. Als erster Kanton untersagte Bern wieder Versammlungen mit mehr als 1000 Menschen.

Die polnische Regierung verfügte wegen überlasteter Krankenhäuser, Teile des Nationalstadions in Warschau zu einem Corona-Lazarett umzufunktionieren. Ab Ende der Woche sollen dort rund 500 Betten, davon 50 Intensivbetten, für Covid-19-Patienten bereitstehen.

Quelle: ntv.de, can/AFP