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Pädophiler und Mafia-Boss aufgespürt Europol fasst meistgesuchte Verbrecher

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Mafia-Boss Ernesto Fazzalari war vor seiner Festnahme 20 Jahre auf der Flucht.

(Foto: picture alliance / dpa)

Jede nationale Polizeibehörde darf zwei Verdächtige auf die neue Europol-Seite mit den meistgesuchten Verbrechern stellen. Die engere Zusammenarbeit zahlt sich aus: Innerhalb kurzer Zeit führen mehrere europaweite Fahndungsaufrufe zum Erfolg.

Die europäische Polizeibehörde Europol hat dank einer neuen Internet-Plattform wichtige Erfolge bei der Jagd auf die meistgesuchten Verbrecher Europas verzeichnet. Bei "mindestens acht Festnahmen" habe es einen "direkten" Zusammenhang zwischen der Lokalisierung der Verdächtigen und der neuen Website www.eumostwanted.eu gegeben, teilte Europol mit. 14 Gesuchte, deren Fotos und Lebensläufe seit Jahresbeginn auf die Homepage gestellt wurden, seien inzwischen hinter Gittern.

Die Website wurde den Angaben zufolge millionenfach angeklickt. Zu den Fahndungserfolgen zählte die Festnahme des 64-jährigen rumänischen "Yoga-Lehrers und geistigen Mentors" Gregorian Bivolaru in Paris. Er soll nach Rumänien ausgeliefert werden, wo ihm ein Prozess wegen Kindesmissbrauchs und Kinderpornographie bevorsteht. Auch der 46-jährige italienische Mafioso Ernesto Fazzalari wurde im Juni festgesetzt. Er soll sich wegen Mordes verantworten.

Eine Europol-Sprecherin sagte, viele der Festgenommenen seien in anderen Ländern Europas gefasst worden als jenen, aus denen sie selber stammten. Dies zeige den Nutzen der Kooperation. Festgenommen wurden auch der Paris-Attentäter Salah Abdeslam und der Terrorverdächtige Mohamed Abrini - in diesen Fällen bestand aber kein direkter Zusammenhang zwischen der Veröffentlichung der Steckbriefe auf der Internetseite und dem Fahndungserfolg.

Jede nationale Polizeibehörde von Europol kann jeweils zwei Gesuchte auf die "Most Wanted"-Liste stellen. Gegenwärtig sind dort auch zwei Frauen zu finden - die 29-jährige Zyprerin Efi Irodotou, die wegen Mordes gesucht wird, und die 30-jährige Finnin Cecilia Kettunen, der schwerer Betrug zur Last gelegt wird.

Quelle: n-tv.de, chr/AFP

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