Onlinemarkt für gestohlene DatenEuropol zerschlägt "zentrale Drehscheibe der Cyberkriminalität"

Bei einem internationalen Großeinsatz schalten Ermittler die Plattform Leakbase aus. Die Website aus Amsterdam ist auf den Handel mit gestohlenen Daten spezialisiert. Es ist unklar, wie viele Menschen Opfer von den weltweiten Nutzern sind.
Die Polizei von Amsterdam hat im Zuge einer internationalen Aktion laut Europol einen der weltweit größten Handelsplätze für gestohlene Daten geschlossen. Leakbase hatte weltweit 142.000 registrierte Nutzer, wie die Europäische Polizeibehörde in Den Haag mitteilte. Die Server des Marktes waren in Amsterdam. Die Daten wurden sichergestellt.
In 14 Ländern hatten Ermittler an einem gemeinsamen Aktionstag zugegriffen. Es gab nach Europol-Angaben rund 100 Einsätze vor allem gegen die 37 Hauptnutzer der Plattform. Leakbase war Europol zufolge eine "zentrale Drehscheibe im Ökosystem der Cyberkriminalität". Die Plattform hatte sich auf den Handel mit gestohlenen Daten spezialisiert. Sie war nach Angaben von Europol offen im Internet zugänglich.
"Plattformen dieser Art sind der Motor für Cyberkriminalität", teilte die Amsterdamer Polizei mit. Die Cybercrime-Experten warnten auch, dass gestohlene Daten immer wieder weiterverkauft und für verschiedene Arten von Betrug missbraucht würden. Es ist unklar, wie viele Menschen Opfer der Praktiken geworden sind. Auf der bisherigen Website ist nun eine Nachricht der Polizei zu sehen: "Der Handel mit gestohlenen Daten ist strafbar. Jeder hinterlässt online Spuren."
Die Ermittlungen waren nach Informationen des Cybercrime-Teams der Amsterdamer Polizei 2023 in den Niederlanden begonnen worden. Sie seien schnell erweitert worden, auch Ermittler in Deutschland waren demnach beteiligt. Die Amsterdamer Polizei arbeitete eng mit dem amerikanischen FBI zusammen. Europol koordinierte die Aktion.