Panorama

Oktoberfest beginnt heute Ex-Hausärzte-Chef hält Volksfeste für vertretbar

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Viele können den Beginn des Oktoberfests kaum erwarten.

(Foto: dpa)

In München beginnt das Oktoberfest und im Herbst stehen weitere große Volksfeste an. Den Hausärzten machen die großen Menschenansammlungen dort keine Sorgen. Allerdings sollte der Impfschutz von Besucherinnen und Besuchern gegen Corona aktuell sein.

Der gerade ausgeschiedene Chef des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, hält die anstehenden Volksfeste in Deutschland trotz der Corona-Pandemie für vertretbar. "Die Corona-Lage ist aktuell gut beherrschbar", sagte Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zwar sei davon auszugehen, dass die Infektionszahlen im Herbst wieder steigen, doch sei die Ausgangssituation dieses Jahr "viel besser" als in den vorherigen Pandemie-Jahren.

"Zum einen führt die aktuell dominante Omikron-Variante zu deutlich milderen Verläufen, außerdem besteht in der Bevölkerung durch die Impfungen sowie durchgemachte Infektionen eine viel breitere Immunität", sagte Weigeldt, der am Freitag sein Amt an der Spitze des Hausärzteverbands abgegeben hatte. Der neue Vorsitzende ist der Erlanger Allgemeinmediziner Markus Beier.

"Genau wie der Restaurant- oder Kneipenbesuch, gehören Volksfeste zum Leben der Menschen dazu", betonte Weigeldt. In München beginnt am Samstag das 187. Oktoberfest. Oberbürgermeister Dieter Reiter wird um 12.00 Uhr nach zwei Jahren Corona-Zwangspause das größte Volksfest der Welt mit dem Anzapfen des ersten Fasses Bier eröffnen. Bis zum 3. Oktober werden Millionen Gäste erwartet. Im Herbst stehen noch zahlreiche weitere Volksfeste in Deutschland an.

Um die aufgebaute Immunität zu erhalten und auszubauen, forderte Weigeldt aber, die Impfkampagne wieder zum Laufen zu bringen. Insbesondere stärker gefährdete Gruppen sollten sich zeitnah mit einer vierten Impfung schützen, riet Weigeldt. Zudem gebe es noch große Impflücken beispielsweise bei der ersten Auffrischungsimpfung.

Appell an Eigenverantwortung

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hatte schon Anfang September betont, dass er es für vertretbar halte, "dass das Oktoberfest stattfindet". Die Entscheidung dafür habe die Landeshauptstadt München getroffen. Als Veranstalterin trage sie, wie andere Kommunen auch, die Verantwortung dafür, die notwendigen Rahmenbedingungen zu setzen.

Jeder müsse für sich selbst entscheiden, ob er Menschenansammlungen wie Volksfeste meide oder hingehe, sagte der CSU-Politiker. Hier sei jeder in seiner Eigenverantwortung und in der Verantwortung für seine Mitmenschen gefragt. Wer krank sei, solle aber zu Hause bleiben. Überdies könne jeder vorher einen Selbsttest machen. "Und ich kann nur dringend dazu raten, sich rechtzeitig boostern zu lassen", fügte der CSU-Politiker hinzu.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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