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Klage gegen Verurteilung Ex-Kapitän Schettino ruft Straßburg an

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Francesco Schettino

(Foto: picture alliance / Maurizio Degl)

Francesco Schettino war Kapitän des vor mehr als sechs Jahren verunglückten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia". Der Italiener verbüßt derzeit eine 16-jährige Haftstrafe. Nun wehrt er sich juristisch gegen seine Verurteilung.

Der inhaftierte Ex-Kapitän des havarierten Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia", Francesco Schettino, wehrt sich vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen seine Verurteilung. Das entsprechende Beschwerdeformular sei bereits am 12. Januar bei dem Straßburger Gericht eingegangen, sagte eine Gerichtssprecherin. Wogegen sich Schettinos Beschwerde genau richtet und welche Menschenrechtsverletzungen er geltend machen will, sagte sie zunächst nicht.

Der Italiener Schettino verbüßt derzeit eine 16-jährige Haftstrafe, unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung. Der heute 57-Jährige hatte den Luxusliner "Costa Concordia" mit mehr als 4000 Passagieren im Januar 2012 zu nah an die Insel Giglio vor der toskanischen Mittelmeerküste gesteuert.

Bei der Katastrophe starben damals 32 Menschen, darunter zwölf Deutsche. Schettino hatte sich selbst gerettet, obwohl noch Tausende Menschen an Bord des verunglückten Schiffs festsaßen.

Die Anwälte Schettinos kritisieren, dass eine Medienkampagne gegen ihren Mandanten die Prozesse in Italien beeinflusst habe. Zudem sei er als "Sündenbock" verurteilt worden, obwohl ein ganzes Rettungssystem auf dem Schiff nicht funktioniert habe. Wann die Straßburger Richter eine Entscheidung treffen, ist nach Angaben der Sprecherin noch völlig unklar.

Die Verfahren vor dem Gerichtshof dauern nicht selten mehrere Jahre. Weil Schettino in Haft sitze, könne sein Fall gemäß der Verfahrensregeln allerdings etwas eiliger behandelt werden.

Quelle: ntv.de, wne/dpa