Panorama

Er war der "Golden State Killer" Ex-Polizist gesteht 13 Morde

In den 70er- und 80er-Jahren versetzte ein Serienmörder Kalifornien in Angst und Schrecken. Dank einer unkonventionellen Ermittlung mithilfe einer Ahnenforschungs-Website wird er überführt. Nun gesteht er die Taten und hat eine überraschende Erklärung.

Vier Jahrzehnte nach Beginn einer Mord- und Vergewaltigungsserie in Kalifornien hat ein 74-jähriger Mann seine Schuld eingeräumt. Joseph James DeAngelo, der sogenannte "Golden State Killer", bekannte sich vor Gericht in Sacramento wegen 13 Morden und anderer Gewalttaten schuldig. Der Anhörung wohnten Opfer und Angehörige bei, wie der "San Francisco Chronicle" berichtete. Durch das Geständnis bleibt dem Täter ein Prozess mit einer möglichen Todesstrafe erspart. DeAngelo soll eine lebenslange Haftstrafe erhalten.

Nach einer Mord- und Vergewaltigungsserie in den 70er- und 80er-Jahren in verschiedenen Teilen Kaliforniens war DeAngelo im April 2018 in einem Vorort im nordkalifornischen Sacramento festgenommen worden. Dort soll der Ex-Polizist 1978 ein junges Paar ermordet haben. Weitere Bezirke erhoben in lange ungeklärten Fällen Anklage. Ermittler hatten sich bei ihrer langen Suche nach dem Verbrecher auf Plattformen für Ahnenforschung gestützt, die genetische Informationen eines Verwandten enthielten.

"Ich hatte nicht die Kraft, ihn zu verdrängen"

Mit seiner Kaltblütigkeit versetzte der Täter den Westküstenstaat zehn Jahre in Angst und Schrecken. Der Zeitung "Sacramento Bee" sagte der Zeitzeuge Todd Jearou, die Angst der Menschen vor dem Verbrecher damals sei "eine große Sache" in seiner Kindheit und Jugend gewesen. Sie habe das Leben seiner Familie völlig verändert. "Wir konnten nirgends mehr allein hingehen", sagte er. Mit Dutzenden Vergewaltigungen fing es 1976 im Raum Sacramento an, das jüngste Opfer des Mörders war dabei ein 13-jähriges Mädchen. Bis 1986 folgten Morde im Süden Kaliforniens.

Laut der Zeitung sei DeAngelo beobachtet worden, wie er murmelte: "Ich habe all diese Dinge getan. Ich habe all ihre Leben zerstört." Seine Taten erklärte er auch damit, dass sie ihm von einem "inneren Dämon" aufgegeben worden seien. "Ich hatte nicht die Kraft, ihn zu verdrängen", sagte er laut der Zeitung. "Er hat mich gemacht."

An den vielen Tatorten hinterließ er DNA-Spuren, die ihn erst viel später mit den Verbrechen in Verbindung brachten. So stellten Ermittler Sperma in einer der Leichen sicher und gewannen die DNA-Informationen. Diese speisten sie in Internetdatenbanken zur Ahnenforschung ein, die in den USA sehr beliebt und verbreitet sind. So fanden sie einen potenziellen Verwandten des Mörders und verfolgten dessen Familienstammbaum bis nach Sacramento zurück.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa