Panorama

"Pädophile Störung" Ex-Priester kommt vor Gericht

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Mitte der 1990er-Jahre soll der angeklagte Priester fünf Jungen bei 100 Gelegenheiten sexuell missbraucht haben.

(Foto: picture alliance / Friso Gentsch)

Die Liste der Anschuldigungen ist lang: Urkundenfälschung, Betrug, sexueller Missbrauch in mindestens fünf Fällen und weitere Delikte werden einem Ex-Priester vorgeworfen. Bis zum Prozessbeginn befindet sich der 53-Jährige in einer psychiatrischen Klinik.

Ein einschlägig vorbestrafter Ex-Priester muss sich ab Mitte Dezember vor dem Landgericht Deggendorf wegen sexuellen Missbrauchs verantworten. Laut Anklage hat der 53-Jährige seit Mitte der 1990er-Jahre fünf Jungen bei insgesamt mindestens 100 Gelegenheiten sexuell missbraucht sowie eine 18-Jährige versucht zu vergewaltigen.

Eine Vielzahl der Übergriffe, die in Polen, Italien, Österreich und der Schweiz sowie bei Mainz und im bayerischen Landkreis Deggendorf begangen wurden, werde als schwerer sexueller Missbrauch gewertet.

Die Behörde wirft dem Mann auch Urkundenfälschung, Betrug und Missbrauch von Titeln vor. Er soll sich dadurch mindestens 100.000 Euro erschlichen haben, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Laut Anklage hat sich der Mann mittels gefälschter Schul- und Hochschulabschlüsse eine Priesterweihe in Polen erschlichen. Nach seiner Entlassung aus dem Priesteramt habe er sich ab 2013 unter einem falschen Namen weiterhin als katholischer Priester ausgegeben, Gottesdienste gehalten und Spenden gesammelt.

Die Staatsanwaltschaft geht von einer pädophilen Störung und davon aus, dass weitere Sexualstraftaten zu erwarten sind. Der Angeklagte sei allgemeingefährlich. Deshalb werde über eine dauerhafte Unterbringung in einer Psychiatrie zu entscheiden sein. Der 53-Jährige war im September 2016 im Landkreis Deggendorf festgenommen worden und befindet sich inzwischen in einer psychiatrischen Klinik.

Quelle: ntv.de, lri/dpa