Panorama

Zweifel an Aussage Expertin hält Madsen für unglaubwürdig

93904517.jpg

Die Staatsanwaltschaft wirft Madsen vor, die junge Frau gefoltert und ermordet zu haben.

(Foto: picture alliance / One Filmverle)

Woran ist die junge Journalistin Wall gestorben? Erfinder Madsen behauptet, dass die 30-Jährige an Bord seines U-Boots durch Abgase vergiftet worden sei. Doch Erfahrungen aus dem Militär lassen eine Expertin zu einem anderen Schluss kommen.

Eine Expertin der dänischen Marine hält die Aussage von Erfinder Peter Madsen zum Todesfall in seinem U-Boot für unglaubwürdig. In der "Nautilus" seien keine Spuren von Kohlenstoffdioxid oder Kohlenstoffmonoxid gefunden worden, berichtete die U-Boot-Fachfrau vor Gericht in Kopenhagen. "Ich glaube nicht daran, dass Kim Wall im U-Boot eingeschlossen war und durch Abgase vergiftet wurde", sagte sie laut Nachrichtenagentur Ritzau.

Madsen behauptet, die 30 Jahre alte Journalistin Wall sei an Bord seines U-Bootes erstickt, weil Ventile nicht richtig geöffnet waren. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm dagegen vor, die junge Frau gefoltert und ermordet zu haben. Dabei geht sie von einem sexuellen Motiv aus. "Wenn es eine Vergiftung durch Kohlenstoffmonoxid oder CO2 gegeben haben soll oder der Kompressor gelaufen sein soll, hätten wir das messen können", sagte die Expertin.

Erfahrungen von militärischen U-Booten zeigten zudem, dass die Abgase kein lebensgefährliches Risiko darstellten. Rechtsmediziner konnten die genaue Todesursache bisher nicht feststellen, da Madsen die Leiche in Stücke sägte und dabei auch den Kopf abtrennte. Der Mordprozess vor dem Kopenhagener Stadtgericht soll noch bis zum 25. April dauern.

Quelle: n-tv.de, jki/dpa

Mehr zum Thema