Panorama

Nach jahrelanger Kritik Facebook prüft Diskriminierung bei Werbung

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Seit Jahren sieht sich Facebook mit Diskriminierungsvorwürfen konfrontiert.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Facebook sieht sich seit Jahren mit Diskriminierungsvorwürfen konfrontiert. Im vergangenen Jahr klagt deshalb eine US-Behörde gegen den Online-Riesen. Nun will der Konzern dagegen aktiv werden. Gleichzeitig boykottieren noch immer viele Werbekunden die Website wegen der Verbreitung von Fake News.

Facebook will nach andauernder Kritik dafür sorgen, dass in dem Online-Dienst nicht wegen der Hautfarbe diskriminiert wird. Bei Facebook und der zum Konzern gehörenden Foto-App Instagram sollen sich neue Teams darum kümmern, wie Instagram-Produktchef Vishal Shah mitteilte. Sie sollen auch die Algorithmen und andere Software unter die Lupe nehmen.

Algorithmen und Programme zum maschinellen Lernen spielen zum Beispiel eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, wem welche Werbung angezeigt wird. Facebook wurde unter anderem im US-Kongress vorgeworfen, dass afroamerikanische Nutzer zum Beispiel bei Immobilienanzeigen benachteiligt würden. Seit Jahren sieht sich Facebook mit Diskriminierungsvorwürfen konfrontiert. Im vergangenen Jahr verklagte die US-Behörde für Wohnungswesen und Stadtentwicklung den Internet-Riesen. Der Vorwurf: Facebook "fördere, ermögliche und verursache Diskriminierung im Wohnungswesen" mit seinem Werbe-Tool.

Mit den neuen Maßnahmen reagiert das Online-Netzwerk auch auf die "Black Lives Matter"-Bewegung, die Polizeigewalt gegen Afroamerikaner anprangert. In den vergangenen Jahren sind soziale Netzwerke auch verstärkt unter Druck geraten, gegen die Verbreitung von Falschinformationen vorzugehen. In den USA wird die Debatte derzeit wegen der Präsidentschaftswahlen im November besonders intensiv geführt. Zuletzt haben wegen der Verbreitung von Hassbotschaften auf Facebook zahlreiche Konzerne angekündigt, auf der Internet-Plattform vorerst keine Werbung mehr schalten zu wollen. Der Boykott trifft den Konzern hart.

Quelle: ntv.de, agr/dpa