Panorama

Einfacher Behördenfehler?Falscher Todestag von Epstein in den Akten sorgt für Aufregung

08.02.2026, 18:35 Uhr
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Auch bei Protesten gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE sind mitunter Plakate über eine angebliche Epstein-Verschwörung zu sehen. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Über den Tod Epsteins kursieren seit Jahren Gerüchte. Die Umstände seines Suizids und seine Beziehungen zu einflussreichen Persönlichkeiten öffnen dafür immer wieder die Tür. Nun facht eine Datei aus den Akten die Gerüchteküche neu an.

Ein mutmaßlicher Entwurf für eine Pressemitteilung über den Tod von Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in seiner Zelle in einer New Yorker Haftanstalt nährt in den sozialen Medien die Verschwörungstheorien zu dem Fall. In den öffentlich einsehbaren Epstein-Akten ist eine Datei aufgetaucht, bei der es sich um einen Entwurf der Pressemitteilung handeln dürfte, die die Staatsanwaltschaft am 10. August 2019 über Epsteins Suizid in seiner Zelle veröffentlichte.

In der tatsächlich versendeten Mitteilung, die immer noch auf der Internetseite der Behörde einsehbar ist, heißt es: "Heute früh bestätigte das Manhattan Correctional Center, dass Jeffrey Epstein, gegen den diese Behörde wegen Sexhandels mit Minderjährigen ermittelt hatte, in seiner Zelle leblos aufgefunden und kurz darauf für tot erklärt wurde." Das Problem: In dem nun entdeckten Entwurf mit der fast wortgleichen Mitteilung steht im Briefkopf als Datum der 9. August 2019, nicht Epsteins offizielles Todesdatum am folgenden Tag.

Der Text der Mitteilung liest sich genau gleich - mit dem kleinen Unterschied, dass in dem mutmaßlichen Entwurf von einem "apparent suicide" (offensichtlichem Suizid) noch nicht die Rede ist. Dieser Zusatz ist in der veröffentlichten Mitteilung vom 10. August 2019 zu lesen. Bei dem offenbar fehlerhaften Datum in dem Mitteilungsentwurf könnte es sich um ein einfaches Versehen der Öffentlichkeitsabteilung der Staatsanwaltschaft handeln. Auf X schreibt ein US-amerikanischer Anwalt, der auf den Unterschied hinweist: "Das US-Justizministerium könnte dies leicht aufklären, indem es die Metadaten dieses Dokuments veröffentlicht, um zu beweisen, dass das Dokument am 10. [August 2019] und nicht am 9. [August 2019] verfasst wurde."

Finanzier Jeffrey Epstein, ein vielfacher Millionär, soll minderjährige Mädchen - teils erst 14 Jahre alt - mit Geld angelockt und unter anderem in New York, Florida und auf seiner Privatinsel sexuell missbraucht haben. Unterstützt wurde er dabei von seiner langjährigen Partnerin Ghislaine Maxwell, die später verurteilt wurde.

Epstein pflegte enge Kontakte zu Prominenten: Bill Clinton, Bill Gates, dem damaligen Prinzen Andrew - Videos zeigen auch Epstein und US-Präsident Trump beim Feiern. Bereits 2008 hatte Epstein durch einen für ihn vorteilhaften Deal ein Bundesverfahren in Florida umgangen - was ihn für viele zum Symbol einer moralisch und juristisch unantastbaren Elite machte. Der Fall eskalierte endgültig 2019, als Epstein nach seiner erneuten Verhaftung tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden wurde.

Die Ermittlungen ergaben, dass es sich um Suizid handelte. Die Untersuchung der New Yorker Gerichtsmedizin stützte dies. Minister und hohe Beamte von drei US-Regierungen bekräftigten immer wieder, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass andere Personen an Epsteins Tod beteiligt waren.

Dennoch halten sich Spekulationen hartnäckig - je nach politischer Ausrichtung wurden wahlweise die Clintons oder Donald Trump verdächtigt. Die Umstände nährten das Misstrauen: In der Todesnacht versäumten Wärter ihre Kontrollgänge, obwohl Epstein einen Monat zuvor bereits einen mutmaßlichen Suizidversuch unternommen hatte.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

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