Panorama

Deutlich mehr als vor Pandemie Fast jeder fünfte Engländer trinkt zu viel

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Zu Hause ist der Konsum für Viele noch schwerer zu kontrollieren.

(Foto: imago stock&people)

Ein Abend im Pub ist in Großbritannien meistens schon um 23 Uhr beendet. Zu Hause hingegen klingelt niemand zur "last order". Auch das ist ein Grund, warum viele Engländer und Engländerinnen in der Pandemie einen problematischen Alkoholkonsum entwickelt haben.

In England ist die Zahl der Menschen mit einem problematischen Alkoholkonsum in der Corona-Pandemie gestiegen. 18 Prozent der Erwachsenen nahmen laut einer Yougov-Umfrage in den drei Monaten bis Oktober 2021 Alkohol in gesundheitsschädlichen Mengen zu sich, wie das zur britischen Regierung gehörende Büro für Gesundheitsverbesserung und Ungleichheit am Montag mitteilte.

Damit weisen inzwischen rund ein Viertel der erwachsenen Männer und zehn Prozent der Frauen in England einen problematischen Alkoholkonsum auf. Vor Pandemie-Beginn tranken laut der Umfrage mit rund 1700 Teilnehmern nur rund zwölf Prozent der Erwachsenen Alkohol in Mengen, die mit einem zunehmenden oder höheren Risiko einhergingen.

Die Suchtexpertin Julia Sinclair vom Royal College of Psychiatrists führte die Entwicklung zum Teil auf den Corona-Lockdown zurück. Durch die eingeschränkten Möglichkeiten sei das Trinken zu Hause zur "Gewohnheit" geworden, sagte sie. Dort könne das Trinken jedoch viele Stunden länger dauern als in einer Kneipe. "Einige Leute, die nie getrunken haben, außer wenn sie ausgingen oder in die Kneipe gingen, trinken jetzt zu Hause", sagte Sinclair. Dass die Menschen zu ihrem Trinkverhalten vor der Pandemie zurückkehren, hält sie für unwahrscheinlich.

Bereits vor einem Jahr hatte der Global Drug Survey, die weltweit größte Umfrage zum Drogenkonsum, ergeben, dass der Alkoholkonsum in der Pandemie weltweit zugenommen hat. Damals gaben 43 Prozent der Befragten an, häufiger zu trinken, 36 Prozent tranken auch größere Mengen. "Mehr Zeit" und "Langeweile" wurden als Hauptgründe für den gestiegenen Konsum angegeben.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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