Panorama

Zustimmung in Deutschland wächst Fast zwei Drittel wollen sich impfen lassen

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Eine Impfquote von 60 bis 70 Prozent ist nötig, um die Pandemie in den Griff zu kriegen.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Der Impfstoff in Deutschland ist knapp, doch die Werbung der Bundesregierung wirkt: Die Bereitschaft der Bundesbürger, sich immunisieren zu lassen, steigt seit Mitte Dezember beträchtlich - auf zuletzt rund 63 Prozent. Skeptisch sind vor allem die Jungen.

Die Bereitschaft der Deutschen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, hat einer Umfrage zufolge deutlich zugenommen. Seit Mitte Dezember sei der Anteil derjenigen, die sich impfen lassen wollen, von 52 auf 63 Prozent gestiegen. Das ergab eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Gut jeder Fünfte sei aktuell entschlossen, sich nicht impfen zu lassen.

Die Impfbereitschaft hängt demnach eng mit dem Lebensalter zusammen: Von den Umfrageteilnehmern unter 30 hätten lediglich 46 Prozent erklärt, sie wollten sich immunisieren lassen. Bei den 45- bis 59-Jährigen seien es 66 Prozent, bei den über 60-Jährigen annähernd drei Viertel. 42 Prozent glauben, dass die Impfungen tatsächlich einen wirksamen Schutz gegen eine Corona-Infektion bringen. Allerdings erklärten 42 Prozent der Befragten laut Umfrage, sie fragten sich, ob mit der Impfung unerwünschte Nebenwirkungen riskiert würden.

Mehrheit gegen unterschiedliche Behandlung nach Impfung

In einer heftig diskutierten Frage waren sich Impfbereite und Impfskeptiker allerdings einig: bei unterschiedlichen Regelungen für Geimpfte und Nichtgeimpfte. Die große Mehrheit der Bevölkerung und auch die meisten Impfwilligen sprachen sich dagegen aus, Geimpften größere Freiheitsspielräume einzuräumen als Nichtgeimpften. Lediglich 24 Prozent hielten dies für richtig, 64 Prozent für falsch, berichtete die FAZ. Die Ablehnung ging quer durch alle Generationen und sozialen Schichten. Gleichzeitig äußerten die Befragten jedoch Verständnis für eine Ungleichbehandlung durch private Dienstleister wie Airlines: 53 Prozent der Bürgen hätten Verständnis dafür, wenn Fluggesellschaften erwägen, nur Geimpfte zu transportieren. Für die Erhebung wurden demnach vom 10. bis zum 20. Januar 1080 Menschen befragt.

Die Bundesregierung hofft darauf, dass sich möglichst viele Menschen in Deutschland immunisieren lassen. Bis Ende September sollen alle, die das wollen, eine Impfung erhalten. Allerdings steht diese Zusage von Gesundheitsminister Jens Spahn unter dem Vorbehalt, dass die geplanten Zulassungen und die zugesagten Lieferungen termingerecht stattfinden. Und danach sieht es derzeit nicht aus. Nach Lieferengpässen bei Impfstoff-Hersteller Biontech streitet die EU-Kommission derzeit mit dem Hersteller Astrazeneca. Der britisch-schwedische Konzern kann die zugesagte Liefermenge erst einmal nicht einhalten. Nach Einschätzung von Experten der Weltgesundheitsorganisation ist weltweit eine Impfquote von 60 bis 70 Prozent nötig, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Quelle: ntv.de, mau/AFP