Panorama

4000 Tote täglich befürchtet Fauci: "Wir befinden uns auf dem falschen Kurs"

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Nach Angaben von Anthony Fauci handelt es sich aktuell bei 99 Prozent der Corona-Toten um Ungeimpfte.

(Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Früher als viele andere Länder beginnen die USA ihre Impfkampagne. Doch die Zahl der Infektionen und Krankenhauseinweisungen steigt wieder deutlich an. Der Pandemie-Berater des Weißen Hauses fleht die Ungeimpften deshalb an. Auch Fox News soll helfen.

Der Pandemie-Berater von US-Präsident Joe Biden hat vor einer neuen Corona-Welle mit bis zu 4000 Toten täglich in den Vereinigten Staaten gewarnt. "Wir befinden uns auf dem falschen Kurs", sagte der Immunologe Anthony Fauci am Sonntag in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNN. "Die Hälfte der Bevölkerung ist nicht vollständig geimpft. Das ist ein Problem."

Die USA stellen seit einigen Tagen wieder mehr als 50.000 neue Infektionsfälle täglich fest. Das sind viermal mehr als Anfang Juli. In der vergangenen Woche meldete jeder US-Staat mehr Fälle als in der Vorwoche.

Auch die Zahl der Einweisungen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser nimmt wieder deutlich zu - im Zwei-Wochen-Vergleich zogen sie zuletzt um 58 Prozent an. Betroffen sind vor allem Bundesstaaten mit geringen Impfquoten wie Florida, wo auf den Intensivstationen teilweise mehr Corona-Kranke liegen als zu jedem anderen Zeitpunkt der Pandemie.

"Wir haben es schon mehrfach betont: Es ist wirklich eine Pandemie der Nicht-Geimpften", sagte Fauci bei CNN. "Deshalb flehen wir die Menschen praktisch an: Bitte lasst euch impfen!" Seinen Angaben zufolge sind gut 99 Prozent der Menschen, die derzeit in den USA an Covid-19 sterben, nicht geimpft gewesen.

Impf-Spaltung der USA

In den Vereinigten Staaten ist die Impfkampagne nach einem furiosen Start in den letzten Wochen deutlich eingeschlafen. Erst 49,2 Prozent der Bevölkerung haben beide Impfdosen erhalten und sind damit vollständig geschützt. Der Anteil derer, die mindestens eine Impfdosis erhalten haben, liegt bei 56,8 Prozent. Dies sind mittlerweile gut vier Prozent weniger als in Deutschland. Zuletzt zog die Zahl der täglich verabreichten Dosen in den USA angesichts der steigenden Hospitalisierungen allerdings wieder leicht an.

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Bei den Impfzahlen ist in den USA eine deutliche Spaltung zu erkennen. Die Quote in den überwiegend liberalen Küstenstaaten liegt teilweise deutlich über dem Landesschnitt. So haben in Vermont bereits 75,2 Prozent der Einwohner mindestens eine Dosis erhalten. In großen Staaten wie New York oder Kalifornien sind es knapp zwei Drittel der Bevölkerung.

In den vor allem republikanisch geprägten Südstaaten ist der Widerstand gegen die Impfung dagegen groß. So haben in Mississippi, Louisiana, Alabama oder Georgia erst 38 bis 45 Prozent der Einwohner mindestens eine Dosis erhalten. In diesen Staaten stiegen die Fallzahlen im Vergleich mit dem Rest des Landes auch stärker an. Nach eigenen Angaben hat die Regierung von Präsident Biden deshalb zuletzt den einflussreichen TV-Sender Fox News kontaktiert, um dessen Kampagne gegen die Corona-Impfung zu stoppen.

Quelle: ntv.de, chr

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