Panorama

Nächtliche Gewitter und Starkregen Feuerwehren rücken hunderte Male aus

Kaum ist es im Land endlich warm geworden, folgen die ersten Unwetter. Vor allem im Norden werden die Feuerwehren zum Einsatz gerufen. Im Osten legt ein Erdrutsch eine ganze Bahnstrecke lahm. Weitere Gewitter sollen folgen.

Heftige Gewitter haben am späten Abend und in der Nacht viele Menschen in Deutschland überrascht – und manche um den Schlaf gebracht. Feuerwehren aus Hamburg und dem Osten Deutschlands etwa meldeten Dutzende Einsätze wegen vollgelaufener Keller.

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Wie hier in Hamburg hatte die Feuerwehr vielerorts viel zu tun.

(Foto: dpa)

Vor allem im Norden fielen die Regenfälle zum Teil heftig aus. Um Ahrensburg im schleswig-holsteinischen Kreis Stormarn rückte die Feuerwehr zu 150 Einsätzen aus - in knapp zwei Stunden. In Hamburg wurde die Feuerwehr in der Nacht 78 Mal gerufen, nachdem das Gewitter gegen 22 Uhr über die Stadt gezogen war. Dazu blies ein Wind mit Böen von bis zu 60 Kilometern pro Stunde. 22 freiwillige Feuerwehren waren im Einsatz, sagte ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr. Bei den meisten Einsätzen handelte es sich um geflutete Keller. Auch übergelaufene Gullys, die die Straßen überschwemmt hatten, mussten von den Einsatzkräften abgepumpt werden.

Auf der Autobahn A1 betrug die Sichtweite laut NDR stellenweise weniger als zehn Meter. Im Landkreis Oldenburg verunglückte am Montagabend eine 34 Jahre alte Frau bei starkem Regen mit ihrem Auto. Die Mutter eines zehn Monate alten Babys prallte in Hatten gegen einen Baum. Sie wurde eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Das Baby auf dem Beifahrersitz wurde leicht verletzt.

Eine Nacht bringt mehr Regen als ein ganzer Monat

In Berlin und Brandenburg fielen die Unwetter weniger heftig als befürchtet aus. Doch auch hier hatten die Feuerwehren mit Blitzeinschlägen und vollgelaufenen Kellern zu tun. Wie der RBB berichtet, war der Feueralarm nach Blitzeinschlägen in neun von 13 Fällen aber fälschlicherweise automatisch ausgelöst worden. Teilweise fielen in Potsdam 25 Liter Regenwasser pro Quadratmeter und Stunde. Dazu kamen heftige Windböen. In Teilen von Brandenburg stürzten Bäume um und es kam zu Wasserschäden. Für Dienstag sind weitere Gewitter mit starkem Regen, Sturmböen und vereinzelt Hagel in der Region vorhergesagt.

In Sachsen und Sachsen-Anhalt sorgten die Regenmassen für Rekorde. In Dessau fielen mit 78 Litern pro Quadratmeter binnen Stunden Niederschlagsmengen weit über dem Monatsdurchschnitt. Im Raum Halle wurden Gullydeckel weggespült. In Wittenberg führte ein Blitzeinschlag laut MDR in einem ganzen Wohnblock zu Stromausfall.

Nahe dem sächsischen Schmilka musste nach einem Erdrutsch die Bahnstrecke zwischen Dresden und Prag gesperrt werden. "Ein Güterzug fuhr am Montagabend in die Geröllmassen und entgleiste im vorderen Bereich der Lok", sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Der Fernverkehr steht seit dem Abend still. Die Strecke werde wahrscheinlich erst im Lauf des Dienstags wieder frei sein, hieß es. Bis dahin umfahren Busse die Unglücksstelle, wie die Deutsche Bahn mitteilte.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

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