Panorama
Erste Bilder vom Unglücksort: Die tiefstehende Abendsonne beleuchtet ein qualmendes Trümmerfeld.
Erste Bilder vom Unglücksort: Die tiefstehende Abendsonne beleuchtet ein qualmendes Trümmerfeld.(Foto: imago/GlobalImagens)
Mittwoch, 05. April 2017

Explosionsunglück in Portugal: Feuerwerksfabrik geht in Flammen auf

Donnerschläge zerreißen im Norden Portugals die Stille: Kurz vor Feierabend steigt über den Hügeln bei Lamego eine Rauchwolke auf. Eine Lager für Feuerwerkskörper steht lichterloh in Flammen. Mehrere Menschen sterben.

Bei einer Serie an Explosionen in einer portugiesischen Feuerwerksfabrik sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Das teilte das Innenministerium mit, nachdem eine weitere Leiche gefunden worden war. Zwei Menschen würden nach dem Unglück am Vorabend noch vermisst, sagte Innen-Staatssekretär Jorge Gomes am Unglücksort in Lamego. Es gab jedoch kaum Hoffnung auf Überlebende. Die Arbeiten zur Identifizierung der Leichen sowie die Ermittlungen zur Unglücksursache liefen noch, wie Gomes sagte.

Am Morgen danach: Die Druckwellen der Explosionen müssen gewaltig gewesen sein.
Am Morgen danach: Die Druckwellen der Explosionen müssen gewaltig gewesen sein.(Foto: imago/GlobalImagens)

Die Unglücksstelle liegt bei Lamego in einer abgelegenen Bergregion am Douro nahe der Gemeinde Ferreiros de Avões, rund 300 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Lissabon.  Die Explosion in dem Werk in Lamego hatte einen Großbrand ausgelöst. Mehr als hundert Feuerwehrleute waren im Einsatz, um das Feuer zu löschen.

Trümmerfeld bei Lamego

Die Fabrik wurde bei den Detonationen und dem anschließend ausbrechenden Großbrand vollkommen zerstört. In der Nacht mussten die Rettungskräfte aufgrund der anhaltenden Explosionsgefahr abwarten, bis sie Suche nach den Vermissten in den Trümmern der Fabrik wieder aufnehmen konnten.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

"Wir fürchten, dass es sieben Tote sind, da dies die Zahl jener Arbeiter war, die sich zum Zeitpunkt der Explosionen in der Fabrik aufgehalten hatten", sagte der Bürgermeister von Ferreiros de Avões, Macário Rebelo, dem Fernsehsender SIC. "Das ist eine riesige Tragödie", erklärte der Bürgermeister der Nachbargemeinde Lamego, Francisco Lopes. Die Leiche des Eigentümers der Fabrik sei geborgen worden, hieß es. Örtlichen Medien zufolge fiel auch seine Tochter und zwei seiner Schwiegersöhne dem Unglück zum Opfer.

Großeinsatz am Abend

Die Explosionen geschahen den Angaben zufolge kurz vor Feierabend und unmittelbar nacheinander. Erste Notrufe erreichten die Behörden gegen 18.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ). Ein größerer Brand in der Fabrik wurde am Abend nach Angaben des Zivilschutzes von mehr als 120 Feuerwehrmännern unter Einsatz von rund 40 Fahrzeugen und zwei Spezialhubschraubern bekämpft.

Zeitweise stand zu befürchten, dass die Flammen auf ein nahe liegendes Waldgebiet übergreifen. Die über dem Unglücksort aufsteigende Rauchsäule war lokalen Medienberichten zufolge in weitem Umkreis zu sehen. Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa wollte sich zur Wochenmitte zur Unglücksstelle aufmachen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen, wie die Zeitung "Público" berichtete. Hinweise zur Unglücksursache liegen noch nicht vor.

Quelle: n-tv.de

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