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Dutzende Tiere ertrunkenFischer müssen nach Robbensterben vor Rügen zahlen

16.02.2026, 16:04 Uhr
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Experten des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund untersuchen im November 2024 eine Kegelrobbe. (Foto: dpa)

Vor Rügen verenden allein im Oktober 2024 mehr als 40 geschützte Kegelrobben. Die Staatsanwaltschaft Stralsund verhängt nun Geldstrafen gegen zwei Fischer. Schuld kann den beiden Männern aber nur in wenigen Fällen nachgewiesen werden.

Nach dem Tod zahlreicher Kegelrobben binnen kurzer Zeit vor Rügen im Herbst 2024 sind jetzt Strafbefehle gegen zwei Fischer erlassen worden. Die Staatsanwaltschaft Stralsund macht die 43 und 66 Jahre alten Männer von der Insel für den Tod von mindestens fünf der geschützten Tiere verantwortlich. Sie hätten keine Schutzmaßnahmen dagegen ergriffen, dass wiederholt Kegelrobben auf Nahrungssuche in ihre Schwimmreuse schwammen und darin erstickten.

Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz erließ die Staatsanwaltschaft gegen die beiden Männer Geldstrafen in Höhe von jeweils drei Monatsgehältern. Wenn die beiden ihren Strafbefehlen nicht binnen zwei Wochen widersprechen, werde die Entscheidung jeweils rechtskräftig, so die Staatsanwaltschaft. Gehen sie dagegen vor, komme es zur Verhandlung vor dem Amtsgericht.

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ist im Herbst 2024 Folgendes passiert: Die beiden selbstständigen Fischer betrieben in der Nähe des Thiessower Hakens eine Schwimmreuse. Obwohl die Männer durch ihre regelmäßigen Kontrollen des Fischfanggeräts erkannten, dass besonders geschützte Kegelrobben auf der Suche nach Nahrung in die Reuse schwammen und dort erstickten, unterließen sie geeignete Schutzmaßnahmen. Dadurch sollen mindestens fünf Kegelrobben ertrunken sein.

Insgesamt über 40 tote Robben gefunden

Im Oktober 2024 waren in kurzer Zeit mehr als 40 tote Robben an Rügens Küste gefunden worden. Ein natürlicher Tod wurde nach Untersuchungen ausgeschlossen. Laut Experten des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund gab es Hinweise darauf, dass die Robben ertrunken sind, etwa in einem Netz oder einer Reuse. Laut Staatsanwaltschaft war es nur in fünf Fällen möglich, einen direkten Zusammenhang zwischen dem Tod der Robben und dem Handeln der Fischer nachzuweisen.

Der Schweriner Umwelt- und Fischereiminister Till Backhaus hatte nach der Häufung von Robben-Todesfällen Sofortmaßnahmen erlassen. Seither dürfen größere Fischreusen an der gesamten Küste nur noch mit speziellen Robbenschutzvorrichtungen aufgestellt und betrieben werden.

Quelle: ntv.de, lar/dpa

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