Panorama

Auftrag der Deutschen Seewarte Flaschenpost taucht nach 132 Jahren auf

108 Jahre und 138 Tage - so lange war eine Flaschenpost in der Nordsee unterwegs, die bislang als älteste der Welt galt. Dieser Rekord wird nun von einer Wasserpost mit ungewöhnlichem Inhalt übertroffen.

Eine Flaschenpost zu finden, ist romantisch und spannend. Einer Spaziergängerin ist genau das Anfang des Jahres passiert. Die Australierin Tonya Illman war im Januar an einem einsamen Strand von Wedge Island unterwegs, etwa 180 Kilometer nördlich von Perth, als sie die Flasche im Sand entdeckte.

Nun steht fest: Die Flaschenpost hat eine lange Reise hinter sich - von einer der ältesten Flaschenpost-Sendungen der Welt ist die Rede. Nach Recherchen des Westaustralien-Museums in Perth wurde die Flasche im Juni 1886 von Bord des Forschungsschiffs "Paula" in den Indischen Ozean geworfen.

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Das deutsche Forschungsschiff "Paula" in einem Gemälde.

(Foto: dpa)

Illman nahm die Flasche mit nach Hause. Die Freundin ihres Sohnes entdeckte dann, dass darin eine Botschaft lag. "Als wir sie geöffnet haben, sahen wir, dass ein gedrucktes Formular darin lag, in deutscher Sprache, mit einer sehr verblichenen deutschen Handschrift", sagte Illman. Als Datum war darauf der 12. Juni 1886 notiert.

Die Recherchen ergaben, dass die Flasche im Auftrag der Deutschen Seewarte in Hamburg über Bord geworfen wurde, um Genaueres über den Verlauf von Meeresströmungen herauszufinden. Der Finder wurde gebeten, eine Antwort zu schicken - entweder an die Seewarte selbst oder "auch an das nächste Konsulat zur Beförderung an jene Behörde".

Der bisherige Altersrekord einer Flaschenpost lag bei 108 Jahren und 138 Tagen. Die Flasche mit einer Postkarte war im November 1906 vom Meeresforscher George Parker Bidder in die Nordsee geworfen worden. Eine Urlauberin hatte die Flasche im August 2015 am Strand von Amrum gefunden. Nach der Entdeckung befolgte sie die Anweisung im Innern, die Flasche zu zerbrechen, und fand eine Postkarte mit der Bitte, diese gegen einen Shilling Belohnung an die MBA in Plymouth zu schicken - was die Finderin auch tat.

Quelle: n-tv.de, dsi/dpa

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