Panorama

Im Zweiten Weltkrieg gesunken Forscher finden legendäres US-Kriegswrack

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Die "USS-Indianapolis" hatte 1196 Mann an Bord.

(Foto: REUTERS)

Kurz vor seinem Untergang transportiert der US-Kreuzer "USS Indianapolis" noch die letzten Teile der Hiroshima-Atombombe. Dann trifft ihn ein japanisches Torpedo. Jahrzehnte danach entdecken nun Forscher das Wrack in den Tiefen des Pazifiks.

72 Jahre nach dem Untergang des US-Kreuzers "USS Indianapolis" im Zweiten Weltkrieg haben Forscher Teile des seitdem verschollenen Wracks entdeckt. Sie seien in 5,5 Kilometern Tiefe im Pazifik gefunden worden, teilte Microsoft-Mitgründer Paul Allen als Leiter des Teams mit. Das US-Kriegsschiff hatte die letzten Teile für die Hiroshima-Atombombe zur Insel Tinian gebracht, als es auf dem Rückweg von japanischen Torpedos getroffen wurde.

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880 Seeleute starben bei der Katastrophe.

(Foto: AP)

Der riesige Kreuzer sank am 30. Juli 1945 binnen zwölf Minuten, ohne in der Lage zu sein, einen Notruf abzusetzen. Von den 1196 Mann an Bord konnten sich 800 zunächst vom Schiff ins Wasser retten, doch viele ertranken in den kommenden Tagen, wurden von Haifischen gefressen oder starben an Dehydrierung.

Nur 317 Menschen überlebten die Katastrophe. Von ihnen sind nach Angaben der US-Marine 22 noch heute am Leben.

Bei Twitter veröffentlichte Allen Fotos der gefundenen Wrackteile, darunter Aufnahmen des Ankers und der Schiffsglocke. Gleichzeitig kündigte er an, die Suche nach dem restlichen Wrack fortzusetzen. Er hoffe, der Fund helfe allen Überlebenden und den Angehörigen der Opfer, mit der Tragödie abschließen zu können, erklärte Allen.

Am 6. August, nur wenige Tage nach dem Untergang der "USS Indianapolis", warfen die USA ihre erste Atombombe auf Hiroshima ab, drei Tage später folgte der zweite Atombombenangriff auf Nagasaki. Sechs Tage danach gab Kaiser Hirohito die bedingungslose Kapitulation des japanischen Kaiserreichs bekannt, mit der Unterzeichnung der Kapitulation am 2. September endete der Zweite Weltkrieg endgültig.

Die "USS Indianapolis" war im November 1932 in Dienst gestellt worden. Zur Zeit des Angriffs auf Pearl Harbor absolvierte sie Übungen vor dem Johnston Atoll. Später wurde sie Teil der Task Force 12, die japanische Flugzeugträger aufspüren sollte. Sie unterstützte außerdem die Landung auf Iwojima und Bombenangriffe unter anderem auf Tokio.

Lange Zeit konnte der genaue Ort des Untergangs der "USS Indianapolis" nicht lokalisiert werden. Auch zwei größere Suchoperationen in den Jahren 2001 und 2005 waren erfolglos geblieben. 

Quelle: ntv.de, ghö/AFP