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"Weiß genau, was er getan hat" Frau wirft Prinz Andrew Missbrauch vor

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Mutmaßliche Opfer von Jeffrey Epstein sagen aus. Virginia Roberts (Mitte) belastet in einem Statement auch Prinz Andrew.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Viele Opfer des Millionärs Jeffrey Epstein sagen vor Gericht über die sexuellen Übergriffe aus. Im Zuge der Statements wird auch der britische Prinz Andrew stark belastet. Eine Frau erklärt öffentlich, als Minderjährige mehrfach zum Sex mit ihm gezwungen worden zu sein.

Im Prozess um den Missbrauchsfall Jeffrey Epstein haben immer mehr Opfer ihre Geschichte erzählt. Eine Frau steht dabei besonders im Rampenlicht. Denn Virgina Roberts erklärt in einem öffentlichen Statement, dass die damals 17-Jährige drei Mal zum Sex mit Prinz Andrew gezwungen worden sei: "Er weiß, was er getan hat", erklärt sie vor zahlreichen Mikrofonen und fordert den Adeligen auf, sich persönlich zu den Vorwürfen zu äußern. Roberts kann auch ein Foto vorweisen, das sie Arm in Arm mit dem Prinzen zeigt. Die heute 36-Jährige berichtete, dass sie damals die Epstein-Lebensgefährtin Ghislaine Maxwell im Trump-Anwesen Mar-a-Lago kennenlernte, die dann den Kontakt zu Epstein herstellte.

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Roberts ist eine von rund einem Dutzend Frauen, die in dem nun eingestellten Verfahren gegen Jeffrey Epstein ausgesagt haben. Sie berichten über den vielfachen sexuellen Missbrauch von Minderjährigen, der von Epstein organisiert worden sei. Es heißt, dass der Millionär junge Frauen an seine Freunde weitergereicht haben soll. Der Druck auf prominente Freunde wie Prinz Andrew wird immer größer, je mehr Frauen über die Übergriffe sprechen.

Das britische Königshaus sah sich inzwischen zu einem Dementi gezwungen. Bereits am Wochenende hieß es in einer Mitteilung: "Während der begrenzten Zeit, die ich mit ihm verbracht habe, habe ich zu keinem Zeitpunkt ein Verhalten dieser Art gesehen, bezeugt oder vermutet, das zu seiner Verhaftung und Verurteilung geführt hat", schreibt der Duke of York. Doch dieses schriftliche Statement des Prinzen reicht dem Anwalt von Virginia Roberts nicht. Er möchte, dass der Adelige zu den Vorwürfen aussagt. Brad Edwards vertritt vor Gericht mehrere Opfer im Fall Epstein.

Edwards spricht bei einer Pressekonferenz gezielt den Prinzen an: "Ich persönlich habe Prinz Andrew mehrfach eingeladen, sich zu äußern. Wir stehen jederzeit bereit - und wir haben eine Menge Fragen an ihn." Nach der Pressekonferenz, in der die Vorwürfe gegenüber dem Royal noch einmal bekräftigt worden sind, hat sich der Buckingham Palast in London allerdings nicht mehr geäußert.

Jeffrey Epstein nahm sich am 10. August in einer New Yorker Gefängniszelle das Leben. Aus diesem Grund wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt. Gegen die Beteiligten der vorgeworfenen Verbrechen wird allerdings weiter ermittelt. Laut Medienberichten sollen die Ermittler nun Ghislaine Maxwell verstärkt im Visier haben. Durch die Anhörung am Dienstag wollte der Richter den Frauen die Möglichkeit geben, über die Taten zu berichten. Er würdigte den Mut der Frauen, von denen sich einige noch nie zuvor öffentlich geäußert hatten.

Quelle: n-tv.de, sgu

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