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Insgesamt 566 Brennstäbe sollen aus dem Abklingbecken der Anlage entfernt werden.
Insgesamt 566 Brennstäbe sollen aus dem Abklingbecken der Anlage entfernt werden.(Foto: imago/Kyodo News)
Montag, 13. November 2017

Aufräumarbeiten dauern Jahre: Fukushima startet Bergung von Brennstäben

Fast sieben Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima wird die Bergung radioaktiver Brennstäbe vorbereitet. Unbewohnbar wird das Gebiet aber dennoch auf lange Zeit bleiben, dafür ist die Verseuchung zu stark. Gerichte verhängen bereits erste Strafen.

Im schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima soll bald mit der riskanten Bergung von radioaktiven Brennstäben aus einem der zerstörten Reaktoren begonnen werden. Betreiberfirma Tepco hat nach eigenen Angaben zu diesem Zweck einen Kran auf dem Dach von Reaktor Nummer drei aufgebaut. Damit sollen im kommenden Jahr insgesamt 566 Brennstäbe aus dem Abklingbecken der Anlage entfernt werden.

Tepco hat bereits die Brennstäbe aus Reaktor Nummer vier geborgen. Dieser war allerdings zum Zeitpunkt der Atomkatastrophe im März 2011 heruntergefahren. Die drei Reaktoren, in denen es zur Kernschmelze gekommen war, wurden bislang nicht gesäubert. In Reaktor Nummer drei soll nach Angaben eines Tepco-Sprechers im April 2018 mit der Bergung der Brennstäbe begonnen werden.

In Fukushima ereignete sich nach einem Erdbeben der Stärke 9,0 und einem davon ausgelösten Tsunami im März 2011 das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe 1986. Weil das Kühlsystem ausfiel, kam es in drei der sechs Reaktoren zu Kernschmelze. Das Gebiet in einem weiten Umkreis wurde radioaktiv verseucht und ist seither unbewohnbar. Die Säuberung der gesamten Atomanlage dürfte sich über Jahrzehnte hinziehen.

Gerichte verhängen erste Strafen

Im März hatte ein Bezirksgericht in Maebashi sowohl den Staat als auch Tepco für verantwortlich erklärt. Eine Gerichtsentscheidung sprach für die Atomkatastrophe hauptsächlich die Betreiber des Atomkraftwerks schuldig, nicht den japanischen Staat. Das Bezirksgericht in Chiba bei Tokio entschied, dass Tepco an eine Gruppe von 42 Klägern umgerechnet rund 2,8 Millionen Euro Entschädigung zahlen muss. Die Kläger hatten eine acht Mal so hohe Summe beim Staat eingeklagt.

Im Juni begann in Tokio ein Strafverfahren gegen drei ehemalige Tepco-Manager. Ihnen wird zur Last gelegt, für eine derartige Tsunami-Katastrophe nicht die angemessenen Vorkehrungen getroffen zu haben. Das Urteil steht noch aus.

Quelle: n-tv.de